Tagebuch / Mai 2012

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Also, da hat die ÖVP ein Nähkästchen, und da treff ich einen von ihnen aus der strategischen Etage, der daraus plaudert. Er erzählt:„Bei der kommenden Wahl haben wir ein großes Problem: Wenn das BZÖ nicht rein kommt, fehlt uns eine Option. Beim letzten Mal konnten wir mit SPÖ, Grünen und der FPÖ verhandeln. Wenn uns jetzt die Option rechts außen fehlt, wird es eng. Die neue FPÖ
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Also, da hat die ÖVP ein Nähkästchen, und da treff ich einen von ihnen aus der strategischen Etage, der daraus plaudert. Er erzählt:

„Bei der kommenden Wahl haben wir ein großes Problem: Wenn das BZÖ nicht rein kommt, fehlt uns eine Option. Beim letzten Mal konnten wir mit SPÖ, Grünen und der FPÖ verhandeln. Wenn uns jetzt die Option rechts außen fehlt, wird es eng. Die neue FPÖ ist kein guter Ersatz für die alte, weil es wieder Monate, vielleicht Jahre braucht, bis wir sie so handzahm haben wie das BZÖ mit Gorbach und Haider.

Es gibt nur eine Lösung: Wir müssen die FPÖ-Wähler, die wir nicht kriegen können, zum BZÖ treiben. Die FPÖ hat zwei Themen: Europa und Ausländer. Bei der EU können wir gerade während der Präsidentschaft dem BZÖ keinen Spielraum geben. Aber bei Ausländern ist alles drin. Daher werden wir das Thema in den Mittelpunkt rücken, selbst eine Position wie damals Löschnak einnehmen und damit den Sozis die Luft weg nehmen. Dann werden wir den Streit mit dem BZÖ und vor allem mit Haider inszenieren. Da ist genug Platz in der Regierung. Und je mehr das BZÖ da Opposition spielen kann, desto mehr kann es der Opposition wegnehmen.“

Die Inszenierung hat bereits begonnen. Molterer wird dirigieren und Mück wird aufgeregt im ORF die Spannungen in der Regierung kommentieren. „Die ÖVP hat jetzt wieder ihren alten Hauptgegner: Jörg Haider und sein BZÖ. Nur: Diesmal sitzt der Hauptherausforderer in der eigenen Regierung. Es gibt nur einen, der das noch zusammenhalten und für einen stabilen Kurs garantieren kann: Wolfgang Schüssel mit all seinem Können und seiner Erfahrung. Schüssel bleibt der Garant, dass...“ Molterer und Schüssel sitzen vor dem Schirm und haken Station eins im gemeinsamen Drehbuch ab. Am nächsten Tag legt Haider nach. Der ORF berichtet an der Spitze der Nachrichten, dass...

Es wird nicht nur Zeit für eine grüne Wende. Es wird langsam auch Zeit für ein zweites Rundfunkvolksbegehren.


Antwort auf Beitrag vom: 07.01.2006


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