Irgendwo hier in der Nähe bringt das Bundesheer seine Raketen in Stellung. „Eine Premiere ist es aber, dass auch 3,5 cm-Zwillingsfliegerabwehrkanonen und Fliegerabwehrlenkwaffen am Boden in Stellung gebracht werden. Sie dienen zur Nahverteidigung, sollte trotz allem ein Flugzeug durchkommen. Dann wird es keine Warnung geben, sondern sofort einen Abschuss.“ Das meldet der Kurier. Das
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Irgendwo hier in der Nähe bringt das Bundesheer seine Raketen in Stellung. „Eine Premiere ist es aber, dass auch 3,5 cm-Zwillingsfliegerabwehrkanonen und Fliegerabwehrlenkwaffen am Boden in Stellung gebracht werden. Sie dienen zur Nahverteidigung, sollte trotz allem ein Flugzeug durchkommen. Dann wird es keine Warnung geben, sondern sofort einen Abschuss.“ Das meldet der Kurier. Das wirft Fragen auf.
Frage eins: Wozu? Von März bis Juni hat Gorbach Flugverbotszonen über den Treffpunkten der Ratspräsidentschaft verhängt. Die Abfangjäger lauern auf schnelle Angreifer. Bewaffnete Black Hawk-Hubschrauber nehmen sich langsamere Flieger vor. Wer es trotzdem über die Wiener Innenstadt schafft, wird abgeschossen. Bumms – so einfach ist das. Gorbach wird dann ein Blaulicht anfordern, damit er als erster die Trümmer herzeigen darf.
Frage zwei: Auf welcher rechtlichen Basis? Von sich aus darf das Heer gar nichts. Für einen Luftkrieg über Wien gibt es keine rechtliche Basis. Der Abschuss über Wien darf nur ein Assistenzabschuss für das Innenministerium sein. Aber hat das Innenministerium die Kanonenassistenz für die Ratspräsidentschaft angefordert?
Frage drei: Wer entscheidet über den Assistenzabschuss? Die Innenministerin? Das dauert mit Sicherheit zu lange. Also der Verteidigungsminister? Ich weiß selbst, wie oft Günter Platter unterwegs ist und sein Handy kaum funktioniert.
Frage vier: Wo stehen die Dinger? „Radargeräte und Geschütze brauchen ein Sichtfeld. Folglich kommen nur Parkanlagen und andere freie Flächen in Betracht.“ Zu diesem Schluss kommt der Kurier – zurecht. Aber wo in der Wiener Innenstadt werden jetzt die Kanonen und Raketen aufgestellt? Im Stadtpark? Hinter dem Schubert-Denkmal? Oder gleich am Dach des Parlaments?
Frage fünf: Ist das alles ernst? Nur darauf gibt es eine klare Antwort: natürlich nein. Niemand glaubt, dass die Terroristen ins Fadenkreuz der Heereskanoniere fliegen werden. Aber man hat sich wichtig gemacht. Man hat bewiesen, dass es ohne Abfangjäger, Raketen und Kanonen nicht geht. Man hat gezeigt, dass man für jeden Ernst- und Unernstfall gerüstet ist.
Wenn der Sternenslip im Westwind weht, richten unsere Kanoniere ihre Rohre gegen den Himmel. Daher wird er uns im nächsten halben Jahr sicher nicht auf den Kopf fallen.
Antwort auf Beitrag vom: 10.01.2006






