Tagebuch / Mai 2012

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Allen Mitschnarchern und Schönrednern jetzt einmal ins Stammbuch geschrieben: Isar 1, Dukovany, Mochovce, Bohunice und Paks - die fünf grenznahen AKW´s sind Bomben, die Schüssel nicht entschärfen will.1. Containment: Temelin hat das – die mehr als einen Meter dicken Eisenbetonwände und den Stahlmantel, der den Druck von innen abfangen soll. Die fünf Terror-AKW´s haben
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Allen Mitschnarchern und Schönrednern jetzt einmal ins Stammbuch geschrieben: Isar 1, Dukovany, Mochovce, Bohunice und Paks - die fünf grenznahen AKW´s sind Bomben, die Schüssel nicht entschärfen will.

1. Containment: Temelin hat das – die mehr als einen Meter dicken Eisenbetonwände und den Stahlmantel, der den Druck von innen abfangen soll. Die fünf Terror-AKW´s haben keines. Das ist der entscheidende Punkt.

2. Jedes AKW der Welt kann mit einem großen Passagierflugzeug in einen GAU verwandelt werden. Dagegen gibt es nur „indirekten“ Schutz: abschießen oder fehlleiten. Beides ist unsicher.

3. Die fünf Terror-AKW´s können auf Grund des fehlenden Containments auch mit Waffen angegriffen werden, die nicht vom Radar erfasst werden, weil sie es unterfliegen oder am Boden agieren: Hubschrauber, Lenkwaffen oder Kommandos.

4. Die Regierung hat nichts getan. NICHTS. 97 Prozent der Menschen in Österreich haben keinen Schutzraum. Hundert Prozent der Regierungsmitglieder hat einen. So schaut es aus.

Was passiert nun bei einem Angriff? Alle fünf AKW´s haben Flachdächer und damit Einladungen zur Hubschrauber-Landung. Mit eine Sprengladung, die der Hubschrauber leicht transportieren kann, wird das Dach zum Abklingbecken gesprengt. Wenn das Borwasser aus den Becken ausläuft, wird so viel Radioaktivität frei, dass niemand mehr rein kann. Innerhalb weniger Tage heizen sich die Brennstäbe dann wieder von 300 Grad soweit auf, dass eine unkontrollierte Reaktion beginnen kann. Dann wird Josef Pröll in einer Presseerklärung aus dem Bunker wissen lassen, dass er erschüttert ist.

Das Frachtflugzeug, dessen Turbine den Reaktor trifft; die Lenkwaffe, die auf die Kante zwischen Reaktorgebäude und Abklingbecken gerichtet ist; das Kommando, das genauso einfach wie in NATO-Versuchen in den Reaktor eindringt; das kann jeden Tag passieren. In den verstopften Wiener Ausfallsstraßen werden dann Menschen hilflos ihre Wut auf die Regierung auslassen – wie immer zu spät.

Ich habe bis über den Hals von den verantwortungslosen Ministern, die nichts als ihre Posten im Kopf haben, genug. Das Buckeln vor Eurofighter, das Buckeln vor der Atomindustrie, das Aussitzen mit einem halbverfaulten Koalitionspartner, der tägliche Machtmissbrauch in ORF und Justiz, diese Republik fahrlässig-halbseidener Beschwichtiger – das ist schlicht und einfach das letzte.

So, und nun das Erfreuliche: Ab heute 15 Uhr wird kontrolliert. Der Bundesrat tritt dem Nationalrat zur Seite. Andreas Khol hat die Kontrolle im Nationalrat lahm legen lassen. Platter, Grasser, Schüssel - sie haben sich alle vor Fragen sicher gefühlt. Jetzt wird gefragt. Die Auskunftspersonen müssen erscheinen, sonst können sie vorgeführt werden. Sie sind zur Wahrheit verpflichtet. Wenn ein Minister seine Beamten zur Verweigerung der Aussage unter Berufung auf die Amtsverschwiegenheit verpflichtet, macht er sich damit des Amtsmissbrauchs schuldig.

Der Parlament funktioniert, weil es im Bundesrat eine rot-grüne Mehrheit gibt. Wo schwarz nur eine Farbe von vielen ist, lebt die Demokratie.


Antwort auf Beitrag vom: 19.04.2006


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