Tagebuch / Mai 2012

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Ich bin am Cover der Kronen Zeitung! „Pilz & Co. Kosten uns 1 Million Euro“. Zuerst habe ich das für die Frohbotschaft, ich würde gemeinsam mit meinen Freunden die Kronenzeitung eine Million kosten, gehalten. Aber dann, auf Seite zwei, findet sich nur ein enttäuschender Wust aus Unwahrheiten und Unsinnigkeiten. Ein Herr Gnam hat, wie die Parlamentsdirektion bestätigt, eine Reihe
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Ich bin am Cover der Kronen Zeitung! „Pilz & Co. Kosten uns 1 Million Euro“. Zuerst habe ich das für die Frohbotschaft, ich würde gemeinsam mit meinen Freunden die Kronenzeitung eine Million kosten, gehalten. Aber dann, auf Seite zwei, findet sich nur ein enttäuschender Wust aus Unwahrheiten und Unsinnigkeiten. Ein Herr Gnam hat, wie die Parlamentsdirektion bestätigt, eine Reihe frei erfundener Zahlen zu Papier gebracht.

Ein kleine Überblick lohnt sich:

Gnam: „... Verfahrensanwälte ... kosteten bisher insgesamt 30.500 Euro.“

Parlamentsdirektion: Bisher wurde noch nichts abgerechnet und überwiesen. Aber vielleicht kennt Gnam Verfahrensanwälte, die in seinem Verborgenen unerkannt werken.

Gnam: „Überstunden des Parlamentspersonals kommen auf bisher 120.000 Euro.“

Parlamentsdirektion: Es gibt keine Überstunden. Von den Parlamentsjuristen bis zu den Mitarbeitern des Expedits gibt es Überstundenpauschalen. Nach 20 Uhr steht Mitarbeitern ein Zuschuss zu einem Abendessen von fünf Euro brutto zu. Führt Gnams heiße Spur zu 24.000 Spätabendessen in der Parlamentscafeteria?

Gnam: „Reisekosten für Zeugen wie etwa Elsners Flug von Südfrankreich nach Wien und retour machen insgesamt 40.000 Euro aus.“

Parlamentsdirektion: Diese Reise hat es bekanntlich nie gegeben. Das Parlament pflegt für eingebildete Reisen keine Kosten zu übernehmen. Ist Gnam einer Geheimreise nebst Geheimaussage hinter dem Rücken des Ausschusses auf der Spur?

Gnam: „Kosten für Gutachten: 40.000 Euro.“

Parlamentsdirektion: Bisher gab es ein Gutachten für den Bankenausschuss, das Kosten von 7.000 Euro verursacht hat. 33.000 Euro verlieren sich im Gnam-Dunkel.

Gnam: „Der Rest auf 660.000 Euro für die Ausschüsse ging für Material, Betriebskosten, externes Personal zur Entlastung von Parlamentsmitarbeitern etc. drauf.“

Parlamentsdirektion:
Darüber gibt es nicht einmal Zahlen. Der Rest geht auf Gnam-Phantasie drauf.

Dazu behauptet Gnam wahrheitswidrig, dass beim Einbruch in den Grünen Klub „keine geheimen Eurofighter-Akten gestohlen wurden, weil es solche dort nie gegeben hat“. Die geheimen Akten sind bei uns in den Büros versperrt aufbewahrt. Aber woher weiß Gnam, was sich in unseren Büros nicht befindet? Nie noch hat ihn jemand bei uns gesehen.

Was bewegt einen erfahrenen Journalisten wie Peter Gnam, derartigen Unsinn zu schreiben? Es gibt einen einfachen Grund: Die Kronen Zeitung ist ein altes Kampagnenross. Eurofighter ist seit Jahren eines ihrer Stammthemen. Jetzt steht der Untersuchungsausschuss im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Die Kronen Zeitung ist zum Mauerblümchen geworden. So ist der Gnam-Beitrag ein gelungenes Kompliment für unsere erfolgreiche Arbeit. Wir nehmen es gerne an.


Antwort auf Beitrag vom: 01.03.2007


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