Herbert Fux ist tot. Für „Österreich" habe ich einen Nachruf geschrieben:Schade ist es um Herbert Fux, den verlässlichsten Abgeordneten, den ich je im österreichischen Nationalrat kennen gelernt habe.Bei Herbert Fux konnte man sich blind verlassen, dass er sich keine Klubdisziplin unterordnet. Was er für richtig und wen er für falsch hielt, verfolgte er mit ganzem Herzen und letzter
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Herbert Fux ist tot. Für „Österreich" habe ich einen Nachruf geschrieben:
Schade ist es um Herbert Fux, den verlässlichsten Abgeordneten, den ich je im österreichischen Nationalrat kennen gelernt habe.
Bei Herbert Fux konnte man sich blind verlassen, dass er sich keine Klubdisziplin unterordnet. Was er für richtig und wen er für falsch hielt, verfolgte er mit ganzem Herzen und letzter Konsequenz. Das können Salzburger Bauspekulanten ebenso leidvoll berichten wie die Herren, denen ein paar hundert Kanonen an beide Seiten der Front zwischen Irak und Iran gerieten.
Wem Herbert Fux sein mehrfaches „Sie! Sie! SIE!!!“ entgegenschleuderte, der konnte sich auf etwas gefasst machen: auf den ganzen Herbert Fux.
Wir haben die ersten Jahre im Nationalrat in einem gemeinsamen Zimmer verbracht. Herbert war meist unterwegs und ich hatte meine Ruhe. Wenn er da war, war es nicht nur mit der Ruhe vorbei. Von Herbert Fux wurde man am Arm genommen, in einen Winkel geschoben, dann ein prüfender Blick nach allen Seiten, und endlich die Sache, um die es gerade ging.
Lange waren das die seltsamen Todesfälle rund um Noricum: Lütgendorf, der Verteidigungsminister, der sich mit der falschen Hand erschoss; Amry, der Botschafter, der einen seltsamen Herztod starb; und Apfalter, der Voest-Generaldirektor, dessen Herz ein Treffen in einer Raststätte nicht überstand. Fux verfolgte den Chef der Gerichtsmedizin, bis der eine Gewebeprobe des Direktors untersuchte. Dann triumphierte Herbert: „Sie haben nichts gefunden! – Aber dann ist wohl auch nichts dran? – Was heißt, das ist der Beweis! – Welcher Beweis? – Dass die Proben vertauscht worden sind!“
Fux verstand den Plenarsaal des Nationalrats als Bühne und wusste, wie man sich auf ihr zu bewegen hatte. Einmal, als Udo Proksch in Perücke wieder alle genarrt hatte und ihm seine Freunde in der SPÖ immer noch die Stange hielten, tauchten wir mit hübschen Langhaarperücken im Plenarsaal auf. Die Aufforderung des mit Proksch eng befreundeten Präsidenten, sich auszuweisen, quittierte Fux mit großem höhnischen Gelächter.
Mit seiner Methode des überraschenden, lautstarken Angriffs war Fux in Salzburg erfolgreich. Gemeinsam mit einem Bäcker, einem Richter und einem Versicherungsvertreter hat er die Altstadt vor der Gier gut vernetzter Spekulanten gerettet. Im Parlament sah er sich weit besser abgeschotteten Gegnern gegenüber. Was in Salzburg zum Durchbruch reichte, prallte in Wien oft an politischen Gummiwänden ab.
Mit uns Grünen war Fux später nicht mehr zufrieden. Ihm fehlte bei uns der unbedingte Wille anzugreifen. Wer auf das eigene Erreichte Rücksicht nimmt, kann nicht mehr ohne Rücksicht auf Verluste angreifen, das war der Kern seiner Kritik.
Wenn wir uns in den letzten Jahren irgendwo getroffen haben, hat Herbert immer wieder einen Auftrag eindringlich wiederholt: „Zeig´s Ihnen! Scheiss di nix!“ Wird gemacht, Herbert!
Antwort auf Beitrag vom: 16.03.2007






