Ein kurzer Auszug aus der APA belegt, wie Unwissenheit und Fehleinschätzungen die österreichischen Soldaten geradewegs in den Hotelkeller in N´Djamena geführt haben.07.11.2007 Darabos: „Der Bürgerkrieg ist nicht im Tschad, sondern im Sudan.“
14.11.2007 „Das Gefährlichste sei am Beginn die Sonne.“ (Einsatzleiter Obst. Assmann zu APA)21.11.2007
>> mehr lesen
Ein kurzer Auszug aus der APA belegt, wie Unwissenheit und Fehleinschätzungen die österreichischen Soldaten geradewegs in den Hotelkeller in N´Djamena geführt haben.
07.11.2007 Darabos: „Der Bürgerkrieg ist nicht im Tschad, sondern im Sudan.“
14.11.2007 „Das Gefährlichste sei am Beginn die Sonne.“ (Einsatzleiter Obst. Assmann zu APA)
21.11.2007 „Über die Gefahrenlage im Tschad gibt es im Verteidigungsministerium offenbar unterschiedliche Ansichten. Während in einem Verschlusspapier die Lage als "nicht ruhig und nicht stabil" und "die Bedrohung für die Eigenen" als "hoch" eingestuft wird, bleibt Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) bei seiner Aussagen, wonach die "Lage stabil" sei, wie er im Gespräch mit der APA sagte.“
22.11.2007 Darabos: „Generell wird die Lage derzeit als mittel und daher stabil eingestuft.“
27.11.2007 Darabos: „Das Risiko ist kalkulierbar.“
28.11.2007 Darabos: „Das Risiko sei mittelhoch.“
30.11.2007 „In einer mehr als zweistündigen Aussprache im Landesverteidigungsausschuss hat Bundesminister Norbert Darabos den Abgeordneten über die die aktuelle Lage im Tschad berichtet und die Lage im vorgesehenen Einsatzraum des Bundesheeres als "stabil" bezeichnet.“
05.12.2007 Darabos: „Der Einsatz sei nicht ohne Risiko. Auf einer fünfteiligen Skala ist er mit drei einzuordnen.“
09.12.2007 Darabos: „Ich schicke niemanden in den Krieg.“
Seit wenigen Tagen weiß auch Norbert Darabos, dass es im Tschad etwas gibt, das noch gefährlicher als die Sonne ist.
Wie konnte das passieren? Darauf gibt es drei Antworten.
Antwort 1: Das Bundesheer verfügt über keine eigene Aufklärung im Tschad. Seit vielen Tagen nähern sich rund 200 Pick Ups mit Bewaffneten unter der Beobachtung französischer Flugzeuge und eines Satelliten der Hauptstadt. Während die Österreicher ahnungslos beruhigende Botschaften nach Wien sandten, wussten die Franzosen bis ins Detail, was sich militärisch zusammen braute. Auch diesmal ließen sie Darabos und seine Offiziere dumm sterben. Die Österreicher waren von Anfang an nicht mehr als ein Spielball zwischen Frankreich, der Regierung Deby und den Rebellen.
Antwort 2: Der Verteidigungsminister wird von der ÖVP immer tiefer ins Schlamassel getrieben. Darabos führt nur aus, was Plassnik als Außenministerin eingebrockt hat. Generalmajor Segur-Cabanac treibt als Chef des Führungsstabes seinen Minister immer tiefer ins Abenteuer. Der General informiert selektiv und zielbewusst. Mit Plassnik und Segur-Cabanac ist es der ÖVP wieder gelungen, die Koalitionssuppe ganz allein die SPÖ auslöffeln zu lassen.
Antwort 3: Darabos. Der Minister meint vieles und macht nichts gut. Die ÖVP treibt mit ihm ihre Spiele, wie sie es immer mit schwachen Ministern getan hat. Darabos droht, zum Gorbach der SPÖ zu werden.
Wie geht es jetzt weiter? Das österreichische Vorauskommando hat am französischen Stützpunkt nahe des Flugplatzes Schutz gefunden. Dort wird gerade Frankreichs Kampfeinsatz an der Seite des Diktators vorbereitet. Frankreich versucht dazu, ein Mandat des UN-Sicherheitsrats zu bekommen. ORF-online berichtet: "Trotz der dramatischen Lage konnte sich der UNO-Sicherheitsrat Sonntagnacht nicht auf eine offizielle Erklärung einigen. Nach dreieinhalbstündiger Debatte vertagten sich die Mitglieder des höchsten Gremiums der Vereinten Nationen ohne Ergebnis auf Montag.
Diplomaten erklärten, Russland habe sich gegen einen französischen Textentwurf gesperrt. Darin sollten die UNO-Mitglieder aufgerufen werden, die tschadische Regierung von Präsident Idriss Deby "mit allen notwendigen Mitteln" zu unterstützen, was auch ein militärisches Eingreifen gegen die Rebellen bedeuten würde."
Die Aktion Epervier ist startklar. Und in Wien phantasiert der Minister vom baldigen Einsatz der Österreicher im Zentrum des Bürgerkriegs.
Antwort auf Beitrag vom: 04.02.2008






