Innenminister Strasser war Zivildiener und nicht Jäger. So lautet die Richtigstellung, die etwas richtig stellt, was niemand behauptet hat. Strasser hat sich nicht selbst wildsaumäßig vom Rüstungsvermittler Mensdorff-Pouilly aushalten lassen. Er wurde nur penibel darüber per e-mail von seinem Kabinettschef informiert.Als Strasser Innenminister wurde, ließen seine schwarzen Jäger jeden
>> mehr lesen
Innenminister Strasser war Zivildiener und nicht Jäger. So lautet die Richtigstellung, die etwas richtig stellt, was niemand behauptet hat. Strasser hat sich nicht selbst wildsaumäßig vom Rüstungsvermittler Mensdorff-Pouilly aushalten lassen. Er wurde nur penibel darüber per e-mail von seinem Kabinettschef informiert.
Als Strasser Innenminister wurde, ließen seine schwarzen Jäger jeden Taxi-Beleg hoher SPÖ-Beamter prüfen. Die Spitze der Wiener Polizei wurde auf Geschenke aller Art gescannt. Irgendwo sollte sich ein verbotenes Geschenk finden.
Aber die verbotenen Geschenke fanden sich ganz woanders: unter der Nase des Ministers, mitten im Kabinett. Aber so kurz sah der Minister nicht. Er war parteipolitisch weitsichtig.
Oliver Grimm und Gerhard Hofer berichten nun in der „Presse“ vom 10. Mai über ihre ausführliche Recherche in Schottland. Dort, in Dalnagar Castle, sind sie wieder auf die Spur der Kabinetts-Jagdgesellschaft gestoßen. Wolfgang Gattringe und Philipp Ita sind nur zwei der Schützen, die wir dazu befragen müssen.
Das hat neben der Geschenkannahme einen weiteren guten Grund. Die „Presse“ verweist auf ein Amtshilfeverfahren der schwedischen Staatsanwaltschaft. Die schwedische Justiz ermittelt gegen Mensdorff wegen des Verdachts der Bestechung. „Es ging um den Kauf von „Gripen“-Kampfflugzeugen für die Armeen Tschechiens und Ungarns. Mensdorff weist die Vorwürfe zurück“, berichtet die „Presse“.
Auf Ersuchen der schwedischen Justiz leistet Österreich hier Amtshilfe. Wie funktioniert das? Am Vormittag amtshelfen und am Nachmittag jagen? Und: War der Akt im Ministerbüro oder hat sich einer der Waidmänner berichten lassen? Das wird mindestens so spannend wie „ein paar Frischlinge zum Aufwärmen“.
Aber die Waidmänner haben nicht nur auf Mendorff-Boden geschossen. Die jägerische Spur des ÖVP-Kabinetts führt noch in ganz andere Reviere.
Antwort auf Beitrag vom: 12.05.2008






