Tagebuch / Mai 2012

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Lainz. „s.g. hr. mag. ulmer!ich darf ihnen mitteilen, daß der von ihnen beschossene keiler gestern abend (19. dez.) von ofö lauscher (ca. 300m von der stelle entfernt, wo sie das stück beschossen haben) erlegt wurde. damit wurde ihre jagd bei uns im lainzer tiergarten (wenn auch etwas verspätet) erfolgreich abgeschlossen; es liegt ein kapitaler keiler!ich schlage vor, daß wir uns im
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Lainz.

„s.g. hr. mag. ulmer!

ich darf ihnen mitteilen, daß der von ihnen beschossene keiler gestern abend (19. dez.) von ofö lauscher (ca. 300m von der stelle entfernt, wo sie das stück beschossen haben) erlegt wurde. damit wurde ihre jagd bei uns im lainzer tiergarten (wenn auch etwas verspätet) erfolgreich abgeschlossen; es liegt ein kapitaler keiler!

ich schlage vor, daß wir uns im neuen jahr einen termin für die waffen-übergabe vereinbaren

schöne feiertage, guten rutsch und ein kräftiges waidmannsheil.“

Das mailt Andreas Januskovecz, der Forstdirektor des Forstamts der Stadt Wien am 20. Dezember 2002 an Christoph Ulmer, den Kabinettschef von Innenminister Strasser.

Ulmer hat im Lainzer Tiergarten ein Wildschwein angeschossen. Der schwer verletzte Keiler hat sich noch drei Wochen durch den Park geschleppt, bis ihm der Oberförster den Gnadenschuss gegeben hat. Die „Waffen“, die übergeben werden sollen, sind die vorstehenden Zähne des Wildschweins. Mit ihnen soll sich der Kabinettsjägermeister schmücken.

Ulmer antwortet:

„S.g. Herr Forstdirektor,

wie ich gestern erfahren habe, dürfte der von mir auf den letztlich drei Wochen später erlegten Keiler abgegebene Schuß bedauerlicherweise alles andere als tödlich gewesen sein. Daher ist für mich, aufgrund meines persönlichen waidmännischen Verständnisses, selbstverständlich, die Trophäe an den tatsächlichen Erleger, Herrn Oberförster Lauscher, gerne mit einem kräftigen Waidmannsheil abzutreten.

Ich bedanke mich noch einmal für die Organisation dieses Jagdtages im Lainzer Tiergarten, der mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Mit freundlichen Grüßen
Christoph Ulmer“

Ein kapitaler Eber kostet im Tiergarten Lainz bis zu 2700 Euro. Wer hat ihn bezahlt? Wer hat den Kabinettsschützen eingeladen? Und. Warum lässt man so elende Schützen wie Ulmer in einem öffentlichen Park herumballern?

Soweit dazu. Aber jetzt heißt es wieder

KLAPPE! KUKAN ERMITTELT!

16 Uhr. Das Parlament ist gähnend leer. Nur aus einem Zimmer hört man ein Selbstgespräch. „Parteibücher. Alles Parteibücher. Alle gegen uns. Wir auch.“

Plötzlich ein Knall, schwarzer Rauch, fürchterlicher Gestank. Die Tür fliegt aus den Angeln. KUKAN ist da!

Alfred Gusenbauer kommt ums Eck. KUKAN stürzt auf ihn zu. Gusenbauer: „Ah, ein Senator!“ KUKAN: „Ich?“ Gusenbauer: „Ein fleißiger Senator!“ KUKAN: „Wirklich ich?“

Beide starren einander an. Plötzlich geht ein Ruck durch den großen schwarzen Mann. „Alfred!“ – „KUKAN!“ Sie fallen einander um den Hals und ziehen Arm in Arm ab. Leise verhallt ihr Murmeln in der Säulenhalle. „Alles Parteibücher. – Alles Senatoren…“

Der schlaue Gusenbauer hat KUKAN von der Spur des Roten Parteibuchs ablenken können. Aber wie lange? Wann riecht KUKAN wieder rot? Und wann wird es aus dem kleinen Zimmer im Parlament wieder blitzen und stinken?

Wann? Wenn es wieder heißt:

KLAPPE! KUKAN ERMITTELT!


Antwort auf Beitrag vom: 15.05.2008


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