Tagebuch / Mai 2012

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Alfred Gusenbauer meint es ernst. Er besteht darauf, dass ihn seine Partei bis zum Ende ausbadet.Das Resultat des SPÖ-Präsidiums kann sich sehen lassen: Gusenbauer bleibt Kanzler und Parteichef. Faymann wird geschäftsführender Parteichef. Bures wird Bundesgeschäftsführerin.Das funktioniert dann so: Der geschäftsführende Parteichef stellt der ÖVP die Rute ins Fenster. Der
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Alfred Gusenbauer meint es ernst. Er besteht darauf, dass ihn seine Partei bis zum Ende ausbadet.

Das Resultat des SPÖ-Präsidiums kann sich sehen lassen: Gusenbauer bleibt Kanzler und Parteichef. Faymann wird geschäftsführender Parteichef. Bures wird Bundesgeschäftsführerin.

Das funktioniert dann so: Der geschäftsführende Parteichef stellt der ÖVP die Rute ins Fenster. Der Regierungskoordinator nimmt sie gleich wieder heraus. Praktisch ist, dass Werner Faymann jetzt beides ist. Er kann also die Rute in einer einzigen Bewegung hineinstellen und herausnehmen.

Gusenbauer bleibt Kanzler. Aber mit wem redet die ÖVP? Ihr Gegenüber ist normalerweise die andere Partei, also Faymann. Aber da ist noch der Kanzler. Also kann sich Molterer auswählen, mit wem er gerade spricht. Wolfgang Schüssel wird ihm raten, hier dauernd zu wechseln und die SPÖ schön durchzumischen.

Klar geworden ist nur eines: Es geht alles so weiter. Aus der Alternative „Faymann“ ist das Anhängsel Faymann geworden. Irgendwie muss dem Minister beim Anschleichen ein Fehler passiert sein. Statt allein an der Spitze sitzt er jetzt gemeinsam mit Gusenbauer in der Falle.

Das kommt heraus, wenn sich alle vor den Verantwortung drücken. Keiner will die Führung übernehmen, jeder wartet, dass der andere zusticht. Häupl, Voves, Nissl, Burgstaller, Hundstorfer – sie alle zeigen, dass Umfallen keine Spezialität ihres Kanzlers ist.

Norbert Leser hat mit seinem Befund recht: Unter Gusenbauer wird die Partei erstmals von einer Clique geführt. Gusenbauer hat jetzt seine Parteifreunde mit einem seltsamen Trick überrascht. Er hat die Clique offiziell installiert. Die treue Bures führt die Geschäfte, der verschlagene Faymann sitzt mit im Boot. Der Rest der Partei sieht zu. Josef Kalina, der hemdsärmlig auf der Baustelle geschuftet hat, ist entfernt. Alles kann jetzt so weiter gehen. Die Titanic hisst die drei Pfeile und fährt munter weiter.


Antwort auf Beitrag vom: 17.06.2008


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