Darabos. Ich berichte heute über den Verhandlungserfolg des tüchtigen Verteidigungsministers Norbert Darabos. Als er im Mai 2007 die Herrschaften von EADS an den Verhandlungstisch bat, lag ein Vertrag vor ihm, in dem für 18 neue Eurofighter der Tranche 2 insgesamt 1,959 Milliarden Euro zu zahlen waren. Die Systemkosten für einen Eurofighter betrugen also in dem Vertrag, den
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Darabos. Ich berichte heute über den Verhandlungserfolg des tüchtigen Verteidigungsministers Norbert Darabos. Als er im Mai 2007 die Herrschaften von EADS an den Verhandlungstisch bat, lag ein Vertrag vor ihm, in dem für 18 neue Eurofighter der Tranche 2 insgesamt 1,959 Milliarden Euro zu zahlen waren. Die Systemkosten für einen Eurofighter betrugen also in dem Vertrag, den Verteidigungsminister Platter ausgehandelt hatte, 108,83 Millionen Euro.
Dann schlug die Stunde von Norbert Darabos. In beinharten Verhandlungen gelang es ihm, für 15 Eurofighter einen Systempreis von 1.709 Milliarden Euro auszuhandeln. Damit kostet jetzt ein Eurofighter die Republik Österreich 113,93 Millionen – um 4,69 Prozent mehr.
Darabos hat aber noch mehr durchgesetzt: Österreich bekommt statt der Flugzeuge der Tranche 2 nur die Auslaufmodelle der Tranche 1. Und: Sechs der 15 Flugzeuge sind gebrauchte Eurofighter der deutschen Luftwaffe.
Stellen wir uns einmal vor, Norbert Darabos geht zum Autohändler, deutet auf einen Gebrauchtwagen und schlägt vor, dafür den Neuwagenpreis des nächstbesseren Modells zu bezahlen. Der einzige Unterschied zum Eurofighterkauf liegt in zwei Details: Der Schaden ist ungleich größer, und: Das Geld gehört weder Darabos noch seiner Partei.
Hätte man statt Darabos den Portier seines Ministeriums an den Verhandlungstisch gesetzt, wäre mit Sicherheit nichts Schlechteres heraus gekommen.
Ich kann mich noch gut an den Juni 2007 erinnern. Damals erzählte mir ein EADS-Mitarbeiter, dass man sich anfangs in der Konzernzentrale gefürchtet und zum Schluss vor Lachen gebogen habe. Jetzt weiß ich warum.
Die Versagensliste des hilflosen Ministers ist aber noch viel länger: Er führt den Assistenzeinsatz an nicht mehr existierenden Schengen-Grenzen weiter. Er hält die Wehrpflicht gegen jede Vernunft aufrecht. Er lässt die Bundesheerreform im Stich. Norbert Darabos ist als Verteidigungsminister zum Sicherheitsrisiko geworden. Ich werde dem Grünen Klub vorschlagen, gegen ihn einen Misstrauensantrag einzubringen. Wenn die ÖVP zustimmt, kann wenigstens das Kapitel „Darabos“ vor der Wahl erledigt werden.
Antwort auf Beitrag vom: 24.08.2008






