Tagebuch / Mai 2012

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Haider. Nach einem Wochenende ohne Computer ein Nachtrag. Die lokalen Reaktionen auf Haiders Tod haben gezeigt, wie sehr Menschen ihre Hoffnungen mit Personen verbinden. Die „einfachen Leute“, die er so oft getroffen und für die er so wenig getan hat, trauern ihm nach. Er hat sich mit den Menschen zusammengesetzt statt sich für sie einzusetzen. Für viele hat das gereicht, weil es
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Haider. Nach einem Wochenende ohne Computer ein Nachtrag. Die lokalen Reaktionen auf Haiders Tod haben gezeigt, wie sehr Menschen ihre Hoffnungen mit Personen verbinden. Die „einfachen Leute“, die er so oft getroffen und für die er so wenig getan hat, trauern ihm nach. Er hat sich mit den Menschen zusammengesetzt statt sich für sie einzusetzen. Für viele hat das gereicht, weil es mehr war, als ihnen die traditionelle Politik geboten hat.

Haiders Erfolg war der scheinbar gelungene Angriff auf „das System“. Aber kaum war er durch eine Bresche in der Systemmauer ins Innere eingedrungen, wandelte er sich zum Teil des Systems. Weil er kein großes sachliches Ziel verfolgt hat, ist er letztlich immer im Zielraum gescheitert.

Haider hat zum ersten Mal seit 1945 die systematische Verfolgung von Menschen salonfähig gemacht. Seine Erfolge haben abgefärbt: Aus den alten braunen Flecken in SPÖ und ÖVP sind neue blaue und orange Flecken geworden.

Als Politiker hat Haider statt Interessen Instinkte angesprochen. Sein Erfolg ist aber auch durch das völliger Versagen der österreichischen Linken ermöglicht worden. Wenn das System nur von rechts angegriffen wird, kann nur die Rechte von der Krise des Systems profitieren. Diese Verantwortung trifft auch uns Grüne, nach wie vor.

BZÖ. Mit dem BZÖ wäre so oder so kein Staat zu machen gewesen. Wir werden nicht mit einer orangen Krücke an der Hintertür von SPÖ oder ÖVP anklopfen. Am Vormittag Flüchtlinge auf einer Alm internieren und am Nachmittag mit uns über die Zukunft verhandeln – das geht nicht, basta.

Nach Haider gibt es für das BZÖ keine Zukunft. Nach dem LIF scheitert mit dem BZÖ binnen weniger Wochen die zweite Ein Personen-Partei.

Aber die BZÖ-Wähler gehören nicht automatisch der FPÖ. Viele davon sind auch für uns zu gewinnen. Protestwähler sind nicht genetisch rechts. Nur wenn ihnen Grüne nichts zu bieten haben, fällt ihnen die Wahl leicht.


Antwort auf Beitrag vom: 13.10.2008


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