Tagebuch / Februar 2012

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Plenum. Geschafft. Der Nationalrat beschließt einstimmig einen Entschließungsantrag zum Wertpapieraufsichtsgesetz. Zwei Finanzausschüsse lang habe ich den Abgeordneten einen AWD-Fall nach dem anderen präsentiert. Ich habe ihnen gezeigt, wie die Provisionen durch die Beratungspyramiden fließen. Ich habe dokumentiert, wie Bestandsprovisionen AWD-Keiler dazu bringen, Anlegern mitten im Absturz
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Plenum. Geschafft. Der Nationalrat beschließt einstimmig einen Entschließungsantrag zum Wertpapieraufsichtsgesetz. Zwei Finanzausschüsse lang habe ich den Abgeordneten einen AWD-Fall nach dem anderen präsentiert. Ich habe ihnen gezeigt, wie die Provisionen durch die Beratungspyramiden fließen. Ich habe dokumentiert, wie Bestandsprovisionen AWD-Keiler dazu bringen, Anlegern mitten im Absturz das Behalten ihrer Immofinanz-Aktien anzuraten.

Jetzt haben die Abgeordneten Stummvoll von der ÖVP, Krainer von der SPÖ, Weinzinger von der SPÖ, Bucher vom BZÖ und ich den Antrag eingebracht. Der Finanzminister muss uns jetzt eine Regierungsvorlage erarbeiten, mit dem das Verbot des Finanzdienstleistungsassistenten vorbereitet wird.

Nachdem die Regierung Banken, Manager und heute auch die Exportwirtschaft mit allen Mitteln schützt, bietet der Nationalrat jetzt den schutzlosen Opfern ersten Schutz. Den Pyramiden wird die Basis entzogen. Das ist der erste Schritt.

Der zweite muss jetzt folgen. Wir werden alles tun, damit die Opfer möglichst viel von ihrem Kapital zurück bekommen. Der Speck muss weg, von der Pyramide zurück an die geschädigten Anleger.

Das Häuslbauermoratorium, dass die Menschen vor Zwangskonvertierungen und der Fälligstellung von Krediten, die mit kaputten Tilgungsträgern besichert sind, ist heute noch von SPÖ und ÖVP abgelehnt worden. Beide Parteien wollen skrupellosen Bankvorständen nach wie vor die Steuermilliarden bedingungslos geben. Aber das ist nicht das letzte Wort. Ab sofort werde ich auch hier Fall für Fall dokumentieren, solange, bis auch hier der parlamentarische Damm bricht.

Eines ist mit klar: Bei der Anlageberatung ist es wie beim Wein. Der Weinskandal bescherte Österreich eine erfolgreiche und saubere Weinwirtschaft. Der Pyramidenskandal wird Österreich ein transparentes, gut kontrolliertes und qualitätsvolles Beratungswesen bringen. Das ist unser Ziel.

Für das Parlament ist das ein guter Tag. Das spürt man, wenn man jetzt hier im Plenum sitzt.

AWD. Ständig rufen mich Menschen an und erzählen mir ihre Erlebnisse mit AWD, anderen „Beratern“ und ihren um nichts besseren Banken. Zum Trost erzähle ich ihnen dann meine Erlebnisse.

Auch in meinem Bekanntenkreis hat AWD gewütet. Einige meiner Freunde haben beachtliche Summen verloren. Einer davon ist mit der todsicheren Immofinanz um die Arbeit von drei Jahren gebracht worden.

Mir selbst hat eine AWD-Beraterin vor vielen Jahren einen Dauerauftrag in einen Technologiefonds angedreht. Gleich drauf ist die Technologieblase geplatzt. Meine kompetente Beraterin war nicht in der Lage, mir zur Beendigung des Dauerauftrags zu raten. Es wäre wahrscheinlich auch nicht in ihrem Interesse gewesen, denn AWD lebt zu einem großen Teil von Bestandsprovisionen. Die Wertpapieremittenten zahlen, wenn es AWD gelingt, die Kunden zum Behalten der Papiere zu bringen.

Genau so ist es auch bei Immofinanz passiert. Im freien Fall der Papiere haben die unabhängigen Finanzdienstleister zum Behalten geraten. Das Pech haben ihre Kunden gehabt.

Ich selbst habe damals ein paar tausend Schilling verloren. Viele andere stehen heute vor dem Verlust ihrer Lebensvorsorge, ihres Hauses, ihrer Existenz. Ich kann damit leben. Viele andere nicht. Daher muss alles getan werden, dass sie ihr Kapital zurück erhalten.

VerordnungOesterreich.pdf


Antwort auf Beitrag vom: 10.12.2008


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