Heraus zum 1. Mai! Um halb sieben weckt uns die Werkskapelle. Mein Bruder und ich schieben unsere Fahrräder im Maiaufmarsch. Die Speichen sind mit roten Kreppbändern durchwoben. Am Hauptplatz hält der Bürgermeister eine Rede. Einmal ist auch Bruno Kreisky da, ein anderes Mal Willy Brandt.Die Kapfenberger SPÖ ist nicht irgend eine Partei. Sie gibt mehr als zwanzigtausend Menschen Arbeit und
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Heraus zum 1. Mai! Um halb sieben weckt uns die Werkskapelle. Mein Bruder und ich schieben unsere Fahrräder im Maiaufmarsch. Die Speichen sind mit roten Kreppbändern durchwoben. Am Hauptplatz hält der Bürgermeister eine Rede. Einmal ist auch Bruno Kreisky da, ein anderes Mal Willy Brandt.
Die Kapfenberger SPÖ ist nicht irgend eine Partei. Sie gibt mehr als zwanzigtausend Menschen Arbeit und eine sichere Zukunft. Am 1. Mai bedanken sich die Kapfenberger bei ihrer Partei.
Heute, vierzig Jahre später, gibt es nichts zu danken. Auch in Kapfenberg ist die SPÖ nicht mehr die Partei der Zukunft.
258 240 Arbeitslose, also 7,1 Prozent. Das meldet der Ö3-Newsflash für den Tag der Arbeit. Das Arbeitslosengeld ist seit vielen Jahren nicht valorisiert worden. Nur die Manager von Raiffeisen und ÖBB bekommen für ihre Pleiten fette Prämien. Der Speck wird weniger, aber die Maden stehen nach wie vor unter Schutz.
Der Konflikt um die gerechte Verteilung der Lasten der Krise hat jetzt auch die Regierung erreicht. Die Führung der ÖVP will um jeden Preis die Privilegien der obersten Tausend verteidigen. Faymann und Strache schielen auf die Krone und halten den Reichen die Stange.
Trotzdem werden die Reichensteuern kommen, ganz einfach, weil es keine Alternative gibt.
„Ja aber zuerst die Verwaltungsreform!“ Seltsamerweise wird das nur junktimiert, wenn es den Reichen an die Brieftasche geht. Bei Dutzenden Gebührenerhöhungen ist es still geblieben. Da hat die Verwaltungsreform warten können.
Antwort auf Beitrag vom: 01.05.2009






