Kampusch. Die SOKO hat, soweit das derzeit beurteilbar ist, weit besser gearbeitet als ihre Vorgängerinnen. Die widersprüchlichen Angaben der Augenzeugin, das Versteckspiel während der Entführung, der unvollständig eingerichtete Keller und vor allem das Verhalten des engsten Freundes des Täters - das ist zum ersten Mal plausibel erklärt worden.
Der Ton des
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Kampusch. Die SOKO hat, soweit das derzeit beurteilbar ist, weit besser gearbeitet als ihre Vorgängerinnen. Die widersprüchlichen Angaben der Augenzeugin, das Versteckspiel während der Entführung, der unvollständig eingerichtete Keller und vor allem das Verhalten des engsten Freundes des Täters - das ist zum ersten Mal plausibel erklärt worden.
Der Ton des Berichts hebt sich angenehm von den marktschreierischen Verdächtigungen des Alt-Gerichtspräsidenten ab. Aber vor allem haben die Beamten eines getan: Sie haben mit dem Opfer auf eine vernünftige und respektvolle Art zusammengearbeitet.
Während die Kriminalpolizisten zeigen, wie man das Beste tut, um einen verfahrenen Fall aufzuklären, macht die Oberstaatsanwaltschaft das, was sie am besten kann: beschönigen. Der aus dem letzten U-Ausschuss gut bekannte Leiter der Wiener Oberstaatsanwaltschaft gab gestern zum Besten, der Staatsanwalt „habe das Verfahren aus heutiger Sicht im Herbst 2006 zu Recht eingestellt, wofür er damals sehr kritisiert wurde wegen der offenen Fragen". Pleischl ist offensichtlich überzeugt, dass die hellseherischen Fähigkeiten des politischen Staatsanwalts Kronawetter ein seriöses Ermittlungsverfahren ersetzen.
Während die Kriminalpolizei eigene Fehler zugibt und damit den ersten Schritt zu Verbesserungen macht, ist die Staatsanwaltschaft unbelehrbar.
Kampusch 2. Der Kriminalfall ist mit dem SOKO-Bericht zumindest vorläufig abgeschlossen. Aber dahinter wartet der zweite Fall: der politische Fall „Kampusch". Bis heute wird vertuscht, was vom August bis zum Oktober 2006 an der Spitze des Innenministeriums geschehen ist. Bis heute darf der Fall nicht seriös evaluiert werden. Bis heute wartet der politische Kriminalfall auf Klärung.
Wer die Akten kennt, weiß, dass der zweite Fall „Kampusch" auf eine ganz andere Art schwer wiegt. Er zeigt, wie sich Kriminalpolizei und Justiz ohne Rücksicht auf das Verbrechensopfer von den politischen Tätern im Kabinett mehrerer Innenminister missbrauchen lassen.
Der U-Ausschuss, der das untersuchen sollte, wurde abgedreht. Die Evaluierungskommission hat dem Minister, der sie eingesetzt hat, den erwünschten Persilschein ausgestellt. Nach dem Abschluss des Kriminalfalls ist es jetzt höchste Zeit, auch den politischen Fall aufzuklären.
Und, damit es niemand in den Tagen vor dem Hearing in Brüssel vergisst:
WISSENSCHAFTSMINISTER HAHN IST VERDÄCHTIG, FÜR EINEN GLÜCKSSPIELKONZERN AN EINER SCHWARZGELDÜBERGABE IN MILLIONENHÖHE TEILGENOMMEN ZU HABEN.
Antwort auf Beitrag vom: 09.01.2010






