Sie haben schon recht, dass es für BAE auf eine bestimmte Art nicht unlogisch ist, die beiden Konkurrenzprodukte zu führen - aber da gibt es noch einen Aspekt, der bislang unerwähnt ist, und der die Theorie von Peter Pilz weiter untergräbt. Und Ihre Einwände, wie ich meine, doch auch etwas entkräftet.
Und zwar ist es so, dass der Eurofighter aufgrund eines vor vielen Jahren geschlossenen
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Und zwar ist es so, dass der Eurofighter aufgrund eines vor vielen Jahren geschlossenen Abkommens von vier Nationen in Kooperation gebaut wird. Die vier Partner haben sich bereits damals im ursprünglichen Vertrag wohlweislich vorab den potentiellen weltweiten Markt aufgeteilt, um spätere Streitereien bei möglichen Exportgeschäften zu vermeiden. Das ist kein Geheimnis, und aus offiziellen Dokumenten von EADS und BAE nachvollziehbar. So war für den Verkauf von EF nach Österreich grundsätzlich EADS Deutschland zuständig (und nur die), aber wenn z.B. Singapur EF gekauft hätte, dann wäre BAE der Verkäufer gewesen. Obwohl BAE ein wesentlicher Partner im Eurofighter-Programm ist, der andernorts auch als primärer Verkäufer des EF auftritt, hätten sie Österreich laut des Projektabkommens keine EF anbieten oder verkaufen können.
Das bedeutet aber, dass BAE abgesehen von der (nicht umwerfend lukrativen) Fertigung von Komponenten im Programm nichts davon hatte, dass Österreich Eurofighter kauft - denn diesen Deal konnten nur die Deutschen machen. *Wesentlich* lukrativer für BAE wäre allerdings gewesen, wenn wir den Grippen gekauft hätten, denn dann wären sie die Durchführenden des Deals gewesen. Mit allen Zuckerln, die da für die federführende Instanz abfallen, und die bei der Komponentenfertigung für den EF *nicht* für sie dabei waren.
So, und nun ist es so, dass Mensdorff-Pouilly als Lobbyist ziemlich unbestritten exklusiv für BAE gearbeitet hat. Und die sollen ihn allen ernstes dafür bezahlt haben (und fürstlich auch noch dazu), dass er sich in den Hinterzimmern der österreichischen Macht für eine Lösung stark macht, bei der BAE vergleichsweise durch die Finger schaut?
Das macht irgendwie wenig Sinn, vor allem, weil damals aus rein technischer Sicht, und angesichts des Inhalts der Ausschreibung, ohnehin nur der Gripen und der Eurofighter als ernstzunehmende Optionen übrig waren. Daher macht nicht mal das Szenario Sinn, dass BAE nach einem Ausscheiden des Gripen aus der Ausschreibung Mensdorff-Pouilly für EF-Lobbying bezahlt haben könnte, um wenigstens an der Komponentenfertigung für österreichische EF zu verdienen. Nein, EF und Gripen waren die verbleibenden Konkurrenten, und für BAE war nur eine dieser beiden Optionen ein potentiell wirklich lukratives Geschäft. Und der Eurofighter war das nicht...
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