Tagebuch / Februar 2012

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Sie sagen ja schon selber, dass es keineswegs so gewesen sein muss, dass Mennsdorf-Pouilly auf die Ausschreibung Einfluss genommen hat - und ich bin selber auch nicht der Meinung, dass das so war. Aber wenn es stimmte, was Sie da sagen, dann wäre das noch einmal deprimierender, als der bisherige Stand der Dinge. Denn die Ausschreibung war das einzige, was an dem ganzen Fiasko gut gelaufen ist.
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Sie sagen ja schon selber, dass es keineswegs so gewesen sein muss, dass Mennsdorf-Pouilly auf die Ausschreibung Einfluss genommen hat - und ich bin selber auch nicht der Meinung, dass das so war.

Aber wenn es stimmte, was Sie da sagen, dann wäre das noch einmal deprimierender, als der bisherige Stand der Dinge. Denn die Ausschreibung war das einzige, was an dem ganzen Fiasko gut gelaufen ist. Wenn diese eine Sache auch nur mit "Hilfe" eines Lobbyisten zu Stande gekommen wäre, dann könnten wir uns gleich eingraben.

Man kann ja geteilter Auffassung sein, ob Österreich überhaupt Abfangjäger braucht. Aber wenn man aber welche kauft (was eine politische Entscheidung ist), dann sollte man es ordentlich machen. Unter diesem Gesichtspunkt war das Pflichtenheft der damaligen Ausschreibung relativ sinnvoll - eine für das Beschaffungswesen des Bundesheeres leider sehr seltene Sache. Da waren ausnahmsweise Leute am Werk, die verhältnismässig gut gearbeitet haben (es gab zwar Schwächen, aber die spielen für das Forumsthema keine Rolle).

Bevor ich jetzt in diesem Forum geächtet werde die Klarstellung: die *Ausschreibung* war fachlich halbwegs in Ordnung - wenn der politische Auftrag erteilt wird, dass Flugzeuge zur Luftraumüberwachung zu beschaffen sind, dann war die damalige Ausschreibung inhaltlich sinnvoll. Bekanntlich teilen Peter Pilz und viele andere Bürger bereits die grundlegende Ansicht nicht, dass von Österreich überhaupt weiter eine eigenständige LRÜ durchgeführt werden sollte. Aber wenn man das befürwortet (und die damalige Regierung war dafür, und hat den politischen Auftrag erteilt), dann macht die Ausschreibung, so wie sie erfolgt ist, in sich einigermassen Sinn.

Dass das dann trotz der guten Ausschreibung alles in einem Desaster geendet hat, ist eine lange Geschichte, und wirft aus der Sicht einer halbwegs sachkundigen Person ein absolut niederschmetterndes Bild auf die österreichische Innenpolitik aller Couleurs, und vor allem auch auf die Medienlandschaft. Ein amerikanischer Komiker hat einmal einen Sager geliefert, der die ganze Abfangjäger-Beschaffung leider wunderbar beschreibt: "es ist wie ein billiger Pornofilm, mit Blödheit statt dem ständigen sinnlosen Sex..."


Antwort auf: Ein regelmässiger Leser


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