Tagebuch / Februar 2012

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MITTWOCH, 11. JÄNNER 2006

Ein sachdienlicher Hinweis zur gestrigen Frage vier ist eingetrudelt: „Zur Frage wo die Dinger stehen habe ich soeben eine Nachricht von einem geheimen Regierungsmitglied abgehört: "Befinde mich seit einer Stunde in einer Stellung am geheimen Ort, Wien 1 Tiefer Graben, Hotel Orient und die Dinger stehen hier.“ Lange können die Dinger dort allerdings nicht gestanden sein.Aber warum
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Ein sachdienlicher Hinweis zur gestrigen Frage vier ist eingetrudelt: „Zur Frage wo die Dinger stehen habe ich soeben eine Nachricht von einem geheimen Regierungsmitglied abgehört: "Befinde mich seit einer Stunde in einer Stellung am geheimen Ort, Wien 1 Tiefer Graben, Hotel Orient und die Dinger stehen hier.“ Lange können die Dinger dort allerdings nicht gestanden sein.

Aber warum kümmert mich das? Sind die Dinger wirklich so wichtig? Also, nehmen wir die Fußball-EM. Da verspricht uns die Regierung lückenlosen Luftschutz. Kein Terrorist kann der Wuchtel aus der Luft nahe kommen, weil er vorher vom Eurofighter abgeschossen wird. Das ist nicht Fasching, sondern Ernst der Regierungsabgeordneten, die im Landesverteidigungsausschuss nach letzten Argumenten für den Abfangjäger suchen.

Jetzt hat die Spitze der EU-Kommission Wien besucht, und was war? Man hat schlicht und einfach auf die Luftterroristen vergessen. Wir haben bei der Austro Control, die für Verlautbarung und Vollziehung von Luftraumbeschränkungen zuständig ist, nachgefragt. Dort teilt man uns mit: Man kenne besagten Artikel im Kurier und habe sich darüber gewundert, denn wenn es aus Anlass der Ratspräsidentschaft solche Maßnahmen gäbe „müssten wir ja wohl als erste davon wissen“. Sehr wohl gäbe es aber Luftraumbeschränkungen anderer Art für Wien, aber die seien teilweise schon 15 Jahre alt.

Man habe schließlich den Artikel nochmals „analysiert“ und sei dabei auf den Satz gestoßen, wonach die Flugverbote während der Veranstaltungen von März bis Juni gelten. Man gehe jetzt davon aus, dass die Austrocontrol noch rechtzeitig von neu erlassenen Luftraumbeschränkungen erfahren würden. Allerdings habe es nach ihrem Kenntnisstand auch noch keine Vorverhandlungen über neu zu erlassende Beschränkungen gegeben, schließlich müsse – egal ob es sich nun um zivile oder militärische Beschränkungen handle – stets das Einvernehmen mit dem jeweils anderen Ministerium hergestellt werden.

Das Innenministerium will ebenfalls von nichts wissen. Das Verteidigungsministerium weist wieder darauf hin, dass sich noch niemand gerührt habe. Was heißt das jetzt?

Während jeder Waffenkauf und jeder Abbau von Bürgerrechten, jede Verwanzung und jede Videoüberwachung mit dramatischen Warnungen vor dem aus allen Richtungen drohenden Terrorismus begründet wird, zeigt man im Ernstfall, dass das alles ohnehin nicht ernst gemeint ist. Die Kommission wird in Wien aus einem einfachen Grund nicht militärisch geschützt – weil sie offensichtlich nicht bedroht ist.

Vernünftigerweise ist davon auszugehen, dass es bei der Fußball-EM nicht anders ist. Der Kanzler weiß genau, wie er seine Eurofighter kriegt. Er weiß auch genau, wozu er sie braucht. Mit Sicherheit hat das alles ganz sicher nichts zu tun.

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Antwort von: stefan
verfasst am: 12.01.2006 12:51:11

und peter pilz ist jetzt für den freien verkauf von schusswaffen?

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Antwort von: Anonym
verfasst am: 11.01.2006 21:11:24

freundalwirtschaft?? langeweile?? wichtigtuerei??

es gibt genug gründe

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Antwort von: Otto
verfasst am: 11.01.2006 16:19:30

Die Frage ist, wem die Eurofighter etwas bringen. Denn es muß jemanden geben, weil ich es mir anders nicht vorstellen kann. Irgendwelche Ideen?

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Antwort von: Klara v
verfasst am: 12.01.2006 18:37:38

Die Antwort ist doch ganz einfach : in der Flugbranche sind zehn Prozent Provision üblich und hierzulande ja auch legal. Zehn Prozent von dreissig Milliarden ATS sind 3 Milliarden ATS
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Die Antwort ist doch ganz einfach : in der Flugbranche sind zehn Prozent Provision üblich und hierzulande ja auch legal. Zehn Prozent von dreissig Milliarden ATS sind 3 Milliarden ATS (Verhandelt wurde ja noch in ATS). Genug um alle Beteiligten Entscheidungsträger glücklich zu machen. Und ich nehme doch stark an, dass der Rüstungslobbyist Graf Rauch Kalat-Pouly nicht der einzige ist, der weiß, wovon die Rede ist.

P.S.: 10 Prozent, bei Rüstungsvorgängen wahrscheinlich mehr.

P.P.S: Die Zeiten, in denen ein Herr Rabelbauer schwarze Geldköfferchen verteilt hat, sind ja vorbei. Ich denke da eher an Vorkaufsrechte auf Aktien. Magnaaktien wären z.B. eine tolle Sache in diesem Zusammenhang :-) Klara

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Antwort von: deranwalt.at
verfasst am: 12.01.2006 14:17:18

Den Beschäftigten von EADS, die sonst arbeitslos wären.Es handelt sich also um eine verdeckte grenzüberschreitende Subventionierung, so wie es sie vor 100 Jahren, als sich auf den
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Den Beschäftigten von EADS, die sonst arbeitslos wären.

Es handelt sich also um eine verdeckte grenzüberschreitende Subventionierung, so wie es sie vor 100 Jahren, als sich auf den Straßen das Automobil breitzumachen begann, für die Hufschmiede und Wagner gegeben hätte, wäre ihnen nicht die Automobilindustrie als neues Beschäftigungsfeld offen gestanden.

Der Unterschied besteht bloß darin, daß das Ablöseprodukt von Kriegsmaschinerie Globalisierung, Völkerverständigung und Weltfrieden heißt, und daß dafür, die EADS-Arbeiter en gros zu hauptamtlichen Friedensaktivisten umzuschulen und zu beschäftigen, niemand Geld ausgeben will.

Das muß es sein.

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