Tagebuch / Februar 2012

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DONNERSTAG, 13. APRIL 2006

Zurück aus der Toskana. Ja, dort wo brave Bauern den Rotwein für das SPÖ-Präsidium lesen; dort wo aus jeden Cap ein Nobile und aus jedem Gusenbauer ein Rosso wird; aber auch dort, wo Berlusconi besonders deutlich abgewählt worden ist.Das war eine Freude, einerseits. Endlich ist diese Mischung aus Schüssel, Dichand und Haselsteiner abgewählt. Endlich gilt: HEUTE BERLUSCONI – MORGEN
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Zurück aus der Toskana. Ja, dort wo brave Bauern den Rotwein für das SPÖ-Präsidium lesen; dort wo aus jeden Cap ein Nobile und aus jedem Gusenbauer ein Rosso wird; aber auch dort, wo Berlusconi besonders deutlich abgewählt worden ist.

Das war eine Freude, einerseits. Endlich ist diese Mischung aus Schüssel, Dichand und Haselsteiner abgewählt. Endlich gilt: HEUTE BERLUSCONI – MORGEN SCHÜSSEL! Aber andererseits: Berlusconi hat viel zu knapp verloren. Das ist nicht sein Verdienst, sondern ein Hinweis auf die Schwäche seiner Gegner. Nicht viele trauen Prodi eine stabile und erst damit starke Regierung zu. Prodis Bogen spannt sich von der Südtiroler Volkspartei bis zu der Rifundazione Communista. Aber trotzdem geht es jetzt einmal ums Genießen: dass Schüssels Freund trotz aller Tricks und Schäbigkeiten und trotz der Hilfe aus dem österreichischen Norden weg ist. Der Misthaufen von Berlusconis Geschichte hat lange genug gewartet.

Hier in Österreich zeigt Andreas Khol, dass er seinen Berlusconi gelernt hat. Khol hat sich mit Schüssel auf die Seite der Politik geschlagen, die ihre Südtiroler so behandelt wie ihre österreichischen Pendants ihre Slowenen. Aber das hat Tradition: Wenn die Schwarzhemden aller Länder die Lücken schließen, wird auf die Südtiroler gepfiffen.

Khol wird immer mehr zu einer Schlüsselfigur des Schüssel-Regimes. In dieser Woche hat er wieder die Drecksarbeit für seinen Chef gemacht. Das ging so: Damit die Opposition nicht ständig „kleine Untersuchungsausschüsse“ im Rahmen des Rechnungshofausschusses einberuft, setzt die Geschäftsordnung Grenzen. So lange ein Ausschuss seine Arbeit nicht beendet hat, darf die Minderheit kein neues Verlangen auf Einsetzung stellen. Die Mehrheit unterliegt hier keiner Beschränkung. Und jetzt hat sich Molterer etwas ausgedacht: Die ÖVP verlangte nach einem kleinen Untersuchungsausschuss, der die BAWAG nur während der Zeit der SPÖ-Finanzminister untersuchen soll. Die ÖVP brachte den Antrag als Minderheit, ohne die Abgeordneten des BZÖ, ein. Die SPÖ stellte kurz danach ebenfalls einen Antrag. Khol entschied als Präsident zugunsten seiner Partei. Damit hat er – ohne das Gesetz zu brechen – sein Amt politisch missbraucht. Ein halbes Jahr vor der Nationalratswahl hat Khol seine Biedermaske fallen gelassen. Die Bundesverfassung wird rund um den Eurofighter-Vertrag mit dem Segen des Präsidenten gebrochen; Anfragen werden mit dem Segen des Präsidenten dutzendweise falsch oder gar nicht beantwortet; der Rechnungshofausschuss wird mit dem Segen des Präsidenten abgewürgt; und jetzt wird der Opposition der letzte kleine Untersuchungsausschuss vor der Wahl gestohlen. Mit Khol und Molterer hat das Parlament ein neues Niveau der Ehrbarkeit erreicht: die Ehre der Strizzis.

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Antwort von: anonym
verfasst am: 15.04.2006 14:22:01

die wahlen werden zeigen: das volk will geknechtet sein bzw. bleiben.

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Antwort von: gurkenhals
verfasst am: 15.04.2006 12:40:48

soll khol jetzt also auch parlamentarische anfragebeantwortungen auf ihre inhaltliche richtigkeit überprüfen? abgesehen davon, dass ihm die bundesverfassung dazu keine kompetenz
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soll khol jetzt also auch parlamentarische anfragebeantwortungen auf ihre inhaltliche richtigkeit überprüfen? abgesehen davon, dass ihm die bundesverfassung dazu keine kompetenz einräumt (und eine solche überprüfung - im diktum von p.p. - somit ein verfassungsbruch wäre), es wäre auch de facto nicht durchführbar.

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Antwort von: Vogelsang
verfasst am: 15.04.2006 11:33:36

Auf den Punkt gebracht:

Berlusconi verhält sich zu Mussolini sowie Schüssel zu Dollfuß.

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Antwort von: Serge
verfasst am: 13.04.2006 21:02:50

Wie wirr kann man sowas eigentlich schreiben... 1. Berlusconi wurde besonders deutlich abgewählt. 2. viel zu knapp.Schade, daß die Realität von gar keiner deutlichen Abwahl spricht,
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Wie wirr kann man sowas eigentlich schreiben...

1. Berlusconi wurde besonders deutlich abgewählt. 2. viel zu knapp.

Schade, daß die Realität von gar keiner deutlichen Abwahl spricht, Berlusconi nur wenige tausend Stimmen mehr bräuchte und die versucht über Nachzählung zu ergaunern.

3. "Damit hat er [Khol] - ohne das Gesetz zu brechen - ..."

4. "Die Bundesverfassung wird mit dem Segen des Präsidenten gebrochen..."

Also was nun, hat er oder hat er nicht?

Wie wollen Sie Wahlen gewinnen, wenn Sie nicht einmal ein gerades Argument zustande bringen? Eine Tristesse für uns Grüne.

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Antwort von: Peter Pilz
verfasst am: 16.04.2006 16:45:44

1. in der Toskana. 2. in ganz Italien.3. beim "kleinen Untersuchungsausschuss".4. mit der Amtsverschwiegenheit beim Eurofighter-Vertrag. Wie sollen wir Grüne Wahlen gewinnen, wenn
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1. in der Toskana. 2. in ganz Italien.

3. beim "kleinen Untersuchungsausschuss".

4. mit der Amtsverschwiegenheit beim Eurofighter-Vertrag.

Wie sollen wir Grüne Wahlen gewinnen, wenn einige von uns nicht einmal lesen können?

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Antwort von: Altruist
verfasst am: 15.04.2006 00:18:06

Die kleinen Unkorrektheiten von Pilz fallen unter kabarettistische Einlagen. Im Grunde hat er natürlich recht: Diese Herrn haben letzte Woche noch Berlusconi unterstützt und damit die
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Die kleinen Unkorrektheiten von Pilz fallen unter kabarettistische Einlagen. Im Grunde hat er natürlich recht: Diese Herrn haben letzte Woche noch Berlusconi unterstützt und damit die derzeitige Geisteshaltung dieses österreichischen Regimes offen dargelegt. "Wir brechen Gesetzte, weil wir aufgrund unseres Einflusses kaum Konsequenz zu fürchten haben. Tja, wenn man überall seine eigenen Leute sitzen hat, dann geht das halt." Keine schlechte Macht-Bilanz 2006 für die drittstärkste Partei 1999 mit 26%.

Das Italien-Ergebnis lässt übrigens nur kurz jubeln: 48% wählen Berlusconi - wie dumm ist Europas Wahlvolk? Die Antwort bremst mich in meinem Optimismus für Herbst 2006 in Ö.

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Antwort von: Michael
verfasst am: 13.04.2006 21:31:01

1. Berlusconi hat in der Toskana deutlich verloren, ansonsten war's eher knapp. 2. "ohne das Gesetz zu brechen": Präsident entscheidet zu Gunsten seiner eigenen
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1. Berlusconi hat in der Toskana deutlich verloren, ansonsten war's eher knapp.

2. "ohne das Gesetz zu brechen": Präsident entscheidet zu Gunsten seiner eigenen Partei.

"Verfassungsbrüche": vieles von dem Zeugs, welches in den letzten Monaten passiert ist.

Bisserl aufmerksamer lesen (net bös' sein) ;-)

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Antwort von: aufmerksam gelesen...
verfasst am: 14.04.2006 07:36:14

hab ich das offensichtlich schon, denn der erste Teil des Posts ist schon abgeändert worden. Lustig nicht? Und die Aussage "Damit hat er – ohne das Gesetz zu brechen – sein Amt
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hab ich das offensichtlich schon, denn der erste Teil des Posts ist schon abgeändert worden. Lustig nicht?

Und die Aussage "Damit hat er – ohne das Gesetz zu brechen – sein Amt politisch missbraucht. ... Die Bundesverfassung wird mit dem Segen des Präsidenten gebrochen;"

nicht als Widerspruch in sich zu verstehen bedarf sehr viel Augenzudrücken. Selbst wenn man klassische rhetorische Logik walten lässt und sagt, ein Einzelbeispiel wäre nicht generalisierbar. Es ist ja letztendlich das selbst gewählte Beispiel, welches die Logik bricht.

eben... genau lesen. ohne "wird schon passen".

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Antwort von: Wiener Städtische
verfasst am: 14.04.2006 15:06:40

Ihre Probleme möchten wir haben.

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Antwort von: gurkenhals
verfasst am: 15.04.2006 12:37:18

wenn´s die bawag kaufen, haben sie mehr als genug. :-)

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