SONNTAG, 18. MÄRZ 2007
Heute ist der Tag des Herrn, daher schreibe ich einmal über Herrn Schüssel.Warum ist er Klubobmann? Er hätte Außenminister werden und sich damit in Brüssel eine Tür für ein hochrangiges Ausgedinge schaffen können. Er hätte als Elder Statesman in die Rente gehen und mit einem UN-Mandat in einem Krisengebiet wieder auftauchen können. Aber warum setzt er sich in den Klub eines Parlaments,
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Heute ist der Tag des Herrn, daher schreibe ich einmal über Herrn Schüssel.
Warum ist er Klubobmann? Er hätte Außenminister werden und sich damit in Brüssel eine Tür für ein hochrangiges Ausgedinge schaffen können. Er hätte als Elder Statesman in die Rente gehen und mit einem UN-Mandat in einem Krisengebiet wieder auftauchen können. Aber warum setzt er sich in den Klub eines Parlaments, das er jahrelang aus Herzen verachtet hat?
Schüssel hat ein Ziel: Er möchte den Parvenu, der durch einen beispiellosen Wählerirrtum seinen Schreibtisch besetzen durfte, ruinieren. Tag für Tag stellt der Klubobmann seinem Koalitionspartner Fallen und freut sich, wenn Gusenbauer verlässlich in einer nach der anderen zappelt. Die SPÖ abwahlreif schießen – das ist das einzige, was den abgewählten Kanzler noch bewegt.
Der ÖVP-Klub ist der ideale Hochsitz für den Parteischützen Schüssel. Kimme – Korn – Kanzler, das ist sein Tag- und Waidwerk.
Der Untersuchungsausschuss ist sein erstes Ziel. Ist der Ausschuss erfolgreich, hat Schüssel versagt. Aber wie kann ein Ausschuss erfolglos sein, der erfolgreich ein Kapitel nach dem anderen aufklärt?
Schüssel versucht es auf zwei Wegen: Zum ersten erklärt er die rauchende Pistole zum einzigen Kriterium des Erfolgs. Wenn es ihm gelingt, von der Hauptaufgabe des Ausschusses – der Untersuchung des Beschaffungsvorganges selbst und der Klärung der politischen Verantwortung – abzulenken, hat die ÖVP eine Chance, den Ausschuss zu überstehen. Sollte sich herausstellen, dass eine zwielichtige Verschwendung von mehr als vier Milliarden Euro von Schüssel, Grasser und Platter vertraglich wasserdicht gegen die Interessen Österreichs abgesichert ist, dann wird er nicht zögern, das als Erfolg zu feiern. Wie in der Vergangenheit rechnet er damit, dass sich schon ein paar Journalisten zum Mitfeiern finden werden.
Das zweite Ziel heißt „Parlament“. Schüssel lässt nichts unversucht, die Arbeit des Nationalrats zu denunzieren. Sein Klubdirektor Zögernitz hat der Kronen Zeitung bewusst falsche Informationen über die Kosten des Untersuchungsausschusses zugespielt. Damit hat er als Klubobmann eine Grenze überschritten. Darüber wird in der Präsidiale zu reden sein.
Bei dem allem bleibt die SPÖ Schüssels bestes Kapital. Statt eigene Positionen gut zu befestigen, lässt sie den Kanzler in jede Falle torkeln. Von den Studiengebühren bis zur Erbschaftssteuer präsentiert sich eine amateurhafte Partei, die noch immer nicht wissen will, was mit ihr geschieht. Die SPÖ muss bald einen ersten Konflikt mit der ÖVP gewinnen, sonst wird sie zum Juniorpartner des Vizekanzlers.
Aber die Chancen stehen schlecht. Alfred Gusenbauer nimmt immer mehr Züge von Hubert Gorbach an. Die ÖVP hat beide öffentlich schwadronieren lassen – und ihnen in entscheidenden Momenten den Teppich unter den Füssen weggezogen.
Wann Schüssel zum Blattschuss auf den Kanzler anlegen darf, hängt vor allem von Umfragen ab. Wenn die Werte passen und das Ausstiegsthema am Tisch liegt, wird der Klubobmann abdrücken.
Antwort von: zvonco
verfasst am: 20.03.2007 12:21:48
Glasklar und brilliant auf den Punkt gebracht!
Antwort von: Michi P.
verfasst am: 20.03.2007 07:30:04
Ist aber ein böser Artikel, den sie da über unseren "Altkanzler" geschrieben haben, Herr Dr. Pilz.. War mir aber von Anfang an klar, dass Schüssel im Hintergrund weiter die
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Ist aber ein böser Artikel, den sie da über unseren "Altkanzler" geschrieben haben, Herr Dr. Pilz.. War mir aber von Anfang an klar, dass Schüssel im Hintergrund weiter die Fäden ziehen wird, anstatt seine gutdotierte Pension zu geniessen.
Gusenbauer muß aufpassen, dass sein Traum nicht bald zum Albtraum abarten könnte und endlich Führungsqualitäten beweisen.
Sich etwas wünschen ist die eine Sache, aber dann dort oben den rauhen Wind spüren, der einem entgegenbläst...
Antwort von: hakö
verfasst am: 20.03.2007 04:58:26
ja,so soll es sein,lieber herr pilz!es ist das legitime recht eines politikers,den gegner bei wahlen schlecht dastehen zu lassen.sie können das doch auch sehr gut,haben jedoch keinen erfolg
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ja,so soll es sein,lieber herr pilz!
es ist das legitime recht eines politikers,den gegner bei wahlen schlecht dastehen zu lassen.
sie können das doch auch sehr gut,haben jedoch keinen erfolg damit,was wiederum neid aufkommen lässt.
ich sags npchmal:SIE WERDEN SCHEITERN,HERR PILZ!!!!
Antwort von: Prometheus
verfasst am: 19.03.2007 18:47:35
na herr pilz gibts aus dem Ua nix zu berichten?
kommen sie am 1.Juni auch nach Zeltweg?
Na ich hoffe der schüssel schiesst den grusi abwahlreif!!!
Antwort von: Norbert
verfasst am: 20.03.2007 23:05:24
Ich verstehe Ihre Leidenschaft für die €-Fighter nicht, haben Sie
nicht schon genug von allem was fliegt bei Ihrem Nick?
Antwort von:
verfasst am: 19.03.2007 13:40:43
Es ist zwar nicht Thema dieses Artikels Herr Pilz, aber es ist heute Tagesthema und da irren Sie sich in einem Punkt gewaltig. Nicht 12 Abfangjäger wurden zuviel bestellt, sonder 18 Stück
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Es ist zwar nicht Thema dieses Artikels Herr Pilz, aber es ist heute Tagesthema und da irren Sie sich in einem Punkt gewaltig. Nicht 12 Abfangjäger wurden zuviel bestellt, sonder 18 Stück sind zuviel bestellt worden. Ich hoffe Herr Pilz Sie sehen Ihren Irrtum ein.
Antwort von: [x]
verfasst am: 19.03.2007 12:54:15
"Die SPÖ abwahlreif schießen – das ist das einzige, was den abgewählten Kanzler noch bewegt" - so niveaulos ist selten ein Spitzenpolitiker aus seiner Funktion
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"Die SPÖ abwahlreif schießen – das ist das einzige, was den abgewählten Kanzler noch bewegt" - so niveaulos ist selten ein Spitzenpolitiker aus seiner Funktion ausgeschieden.
Prolo-Fredis einziger Wunsch ("Mutti ich will Kanzler werden") hat sich erfüllt - der Rest ist ihm doch völlig wurscht.
Zusammen mit Willi ("Onkel ich habs endlich geschafft") haben wir wirklich ein tolles Gespann.
Derzeit sind wirklich nur drittklassige Politiker an der Spitze dieses Landes. Und es kommt scheinbar nichts Besseres nach.
Antwort von: Gerhard
verfasst am: 18.03.2007 17:03:14
Also da gibt's ein Thema, welches medial wenig beachtet wird: Und zwar jener Teil der Wahlrechtsreform, der uns WählerInnen 5 Jahre von den Wahlurnen fernhalten will. Eine Verkürzug
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Also da gibt's ein Thema, welches medial wenig beachtet wird: Und zwar jener Teil der Wahlrechtsreform, der uns WählerInnen 5 Jahre von den Wahlurnen fernhalten will. Eine Verkürzug der Rechte der WählerInnen, wie Glawischnig so schön und auch richtig formuliert hat.
Nur - warum will man seitens der Grünen in diesem Punkt jetzt doch "gesprächsoffen" sein?
Dem Argument der Befürworter, man könnte unpopuläre Gesetze leichter durchbringen, wenn der Druck der nächsten Wahlen bei längeren Gesetzgebungsperioden nicht so groß wäre, ist insoferne nicht zu folgen, als ja genau das das Wesen der Demokratie (griech.: "Herrschaft des Volkes") ausmacht, dass nämlich die MandatarInnen in Anbetracht heranrückendr Wahlen eher das tun, was der Wähler will, man will ja Wahlen gewinnen, nicht verlieren.
Diese Verlängerung der Legislaturperiode ist übrigens weder im Zuge des Wahlkampfes noch im Herbst während der Koalitionsverhandlungen auch nur ein einziges Mal öffentlich diskutiert worden. Wäre das nicht ein Grund, über die geplante Verlängerung auf 5 Jahre eine VOLKSABSTIMMUNG abhalten zu lassen? Soll doch das Volk entscheiden, ob es alle 4 oder alle 5 Jahre wählen will. MfG, Gerhard
Antwort von: Raphael
verfasst am: 19.03.2007 13:21:12
Was die Befürworter unter "unpopuläre Gesetze" verstehen, kann ich mir gut vorstellen. Beispielsweise hält man eine Anhebung der Mineralölsteuer allgemein für
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Was die Befürworter unter "unpopuläre Gesetze" verstehen, kann ich mir gut vorstellen. Beispielsweise hält man eine Anhebung der Mineralölsteuer allgemein für unpopulär, auch wenn diese bei uferlosem Transitwachstum durchaus angebracht wäre. Umgekehrt freut sich jeder Wähler über sog. "Steuerzuckerl" auch wenn diese strukturell nichts verbessern, sondern im Gegenteil nur das Budget unnötig belasten.
Trotzdem teile ich Ihre Bedenken gegenüber der Verlängerung der Legislaturperiode, weil ich der Meinung bin, dass auch sog. "unpopuläre" Maßnahmen dem Wähler erklärt werden können. Wenn Politiker davon ausgehen, dass für Herrn und Frau Österreicher nur der eigene Kontostand zählt, dann kann es sich nur um eine Projektion handeln. Politiker, die den Mut haben auch scheinbar unpopuläre Maßnahmen öffentlich zu vertreten, haben sowohl den Respekt als auch die Stimme des Volkes verdient.
Antwort von: F
verfasst am: 19.03.2007 13:11:54
Richtig.Ich betrachte diese Vorgehensweise als einseitige Vertragsänderung. Jeder Politiker verlängert dadurch seine "Dienstzeit" automatisch um ein Jahr. Das Volk bezahlt die
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Richtig.
Ich betrachte diese Vorgehensweise als einseitige Vertragsänderung. Jeder Politiker verlängert dadurch seine "Dienstzeit" automatisch um ein Jahr. Das Volk bezahlt die Politiker -und sollte diese Änderung daher auch befürworten bzw. ablehnen dürfen.
Aber welcher Politiker ist nicht gern länger an der "Geldausschüttung" und anderen Vorteilen beteiligt?
Hier könnten sich die Grünen wieder von der Konkurrenz unterscheiden.
Oder will man wieder mit dem "Samthandschuh-Kurs" in die nächste Wahl gehen und statt 11% dann das 12-te % feiern?
Antwort von:
verfasst am: 18.03.2007 19:32:17
RICHTIG was Sie schreiben. Dieser Punkt ist vor den Wahlen überhaupt nicht zur Diskussion gestanden. Dafür werden nun diverse Wahlversprechen überhaupt nicht eingehalten. Für mich
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RICHTIG was Sie schreiben. Dieser Punkt ist vor den Wahlen überhaupt nicht zur Diskussion gestanden. Dafür werden nun diverse Wahlversprechen überhaupt nicht eingehalten. Für mich stellt sich die Situation so dar, daß die beiden Koalitionsparteien das Volk für dumm halten und den Leuten einen geringen Erinnerungshorizont zutrauen.
Es ist zu hoffen, daß dieser Punkt in 3 Jahren ein Wahlkampfthema wird und sich die Wähler noch genauer überlegen, wem sie ihre Stimme geben bzw. den Wählern in Erinnerung gerufen wird, daß nach den nächsten Wahlen unpopuläre Gesetze beschlossen werden. Eine Frage die man schon jetzt stellen könnte. Welche unpopulären Gesetze sind damit gemeint?
Antwort von:
verfasst am: 19.03.2007 12:44:15
das Volk wird nicht für dumm gehalten - es IST dumm
Wie könnten sonst regelmäßig Wahlversprechen ohne Konsequenzen gebrochen werden?
Antwort von: kritikus
verfasst am: 19.03.2007 08:16:34
RICHTIG, die Vergessenskurve des Souveräns steigt mit jedem Tag exponential, das ist leider so. Auch wird mit gewisser Berechtigung mit dem IQ des Wahlvolkes spekuliert; und wie die längere
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RICHTIG, die Vergessenskurve des Souveräns steigt mit jedem Tag exponential, das ist leider so. Auch wird mit gewisser Berechtigung mit dem IQ des Wahlvolkes spekuliert; und wie die längere Vergangeheit zeigte - nicht zu Unrecht.
Ein treffender Kommentar, Herr Pilz. Genau soises, die derzeitige Innenpolitik mit ihren Protagonisten stellt sich zurzeit so dar.
Herr Bert - ein gelungenes Wortspiel, Herr Mann.






