Tagebuch / Mai 2012

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FREITAG, 24. AUGUST 2001

Das Strasser-Material wird immer dichter. Der Verdacht auf mehrfachen Amtsmißbrauch in der Volxtheater-Affäre wird immer besser begründet. Einiges zeichnet sich seit gestern klarer ab:1. Schon vor Genua sind polizeiliche Denunziantenberichte nach Italien gegangen. Strasser hat auch hier die Unwahrheit gesagt. 2. Journalisten ist Material zugespielt worden. Damit wollte der Schwarze Block im
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Das Strasser-Material wird immer dichter. Der Verdacht auf mehrfachen Amtsmißbrauch in der Volxtheater-Affäre wird immer besser begründet. Einiges zeichnet sich seit gestern klarer ab:

1. Schon vor Genua sind polizeiliche Denunziantenberichte nach Italien gegangen. Strasser hat auch hier die Unwahrheit gesagt.
2. Journalisten ist Material zugespielt worden. Damit wollte der Schwarze Block im Innenministerium den Inhaftierten weiter schaden.
3. Wahrscheinlich hat es illegale Rufdatenrückerfassungen bei Handys gegeben.
4. Die drei Beamten, die in Genua waren, haben noch einiges zu erzählen.

Folgende Geschichte scheint möglich: Strasser glaubte, in Italien einige Regierungskritiker exemplarisch erledigen zu können. Dazu ließ er verfassungswidrig Material übersenden. Als er von den unerwarteten Sympathien für der Verhafteten überrascht wurde, jubelte er Ferrero-Waldner EBT-Material unter. Die Außenministerin ließ sich wie erwartet instrumentalisieren. Als Ferrero öffentlich einbekannte, dass sie getäuscht worden war, probierte Strasser es so, wie er es in Niederösterreich gelernt hatte: mit „Vertrauensjournalisten", denen internes Material zugespielt wurde. Wenn das so stimmt, sind Gesetze am laufenden Band gebrochen worden. Der Beweis, dass Strasser politisch der Hauptverantwortliche in der Affäre ist, ist längst gelungen. Einzig die Frage, ob er sich krimineller Methoden bedient hat, ist noch offen.

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