MITTWOCH, 29. AUGUST 2001
Tag des nationalen Schwachsinns. Westenthaler fordert, der ÖGB-Präsident solle nicht mehr als 63 000 Schilling brutto verdienen. Und der ÖGB legt die Fragen zu seiner Urabstimmung vor. Zu beidem verfasse ich einen Kommentar, den ich hier vorabdrucke:Also, das mit dem ÖGB läuft ja gut. Jetzt nehmen wir uns die Zeitungen vor. Warum soll ein Zeitungsherausgeber auf Kosten seiner Abonnenten
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Tag des nationalen Schwachsinns. Westenthaler fordert, der ÖGB-Präsident solle nicht mehr als 63 000 Schilling brutto verdienen. Und der ÖGB legt die Fragen zu seiner Urabstimmung vor. Zu beidem verfasse ich einen Kommentar, den ich hier vorabdrucke:
Also, das mit dem ÖGB läuft ja gut. Jetzt nehmen wir uns die Zeitungen vor. Warum soll ein Zeitungsherausgeber auf Kosten seiner Abonnenten einen Haufen Geld verdienen ? Warum sollen Chefredakteure Länge mal Breite abräumen ? Daher meine glasklare Forderung: Kein Herausgeber und kein Chefredakteur soll zukünftig mehr als 63 000 Schilling brutto verdienen.
Damit das klappt, werden wir im Nationalrat ein Gesetz einbringen: das KGZFDJ (kein Groschen zuviel für die Journaille) -Gesetz. Es ist ja schließlich nicht einzusehen, dass ein Herausgeber sich einbildet, etwas besseres als der ÖGB-Präsident zu sein. Beide gemeinsam sollen genauso viel verdienen wie ein freiheitlicher Ministersekretär. Das ist gerecht. Und wenn sie mehr wollen, können sie einen Antrag beim Sozialfonds stellen.
Außerdem fordere ich die Herausgeber auf, unter ihren Lesern und Abonnenten eine Befragung durchzuführen. Die Fragen dafür lauten:
1. Soll unsere Tageszeitung jeden Tag herauskommen ?
2. Soll das, was drinsteht, stimmen ?
3. Sollen Bilder drinsein ?
4. Soll der Titel oben über der Geschichte stehen ?
5. Sollen verschiedene Themen behandelt werden ?
6. Sollen dann, wenn die Regierung beschließt, dass keine Bilder mehr drinsind und die Titel unten dranstehen und alles in der Zeitung gelogen sein muss und die Tageszeitung nur ab und zu herauskommt und 500 Schilling kosten muss, zu allen Zeitungskampfmaßnahmen gegriffen werden ?
Ich schlage vor, die Leserbefragung mit der ÖGB-Urabstimmung zusammenzulegen. Wer alle Fragen mit "Ja" beantwortet, kriegt ein Paar Würstel.






