Tagebuch / Mai 2012

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SAMSTAG, 08. SEPTEMBER 2001

Die Vorarlberger Grünen veranstalten ihre Sommerakademie. Eigentlich geht es um europäische Identität, aber alle sind immer wieder gleich beim ÖGB. Die Erwartung ist überraschend klar: Diesmal sollen wir nicht als Pflichtverteidiger für alles und jedes auftreten. Diesmal sollen wir klarstellen, dass der ÖGB von zwei Gegnern bedroht wird: von den Gorbachs und Riess-Passers und von den
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Die Vorarlberger Grünen veranstalten ihre Sommerakademie. Eigentlich geht es um europäische Identität, aber alle sind immer wieder gleich beim ÖGB. Die Erwartung ist überraschend klar: Diesmal sollen wir nicht als Pflichtverteidiger für alles und jedes auftreten. Diesmal sollen wir klarstellen, dass der ÖGB von zwei Gegnern bedroht wird: von den Gorbachs und Riess-Passers und von den Dörflers und Verzetnitschs.

Die Vorarlberger haben hier schon mehr Erfahrung. Als ihre Lehrer gewerkschaftlich offensiver auftreten wollten, kam es in der GÖD zum Krach. Ein paar Kollegen haben daraufhin die erste unabhängige Lehrergewerkschaft gegründet. Imnzwischen sind 800 der 4500 Vorarlberger Lehrer und Lehrerinnen dabei. Die GÖD ist längst Nummer zwei.

Noch ist das kein Königsweg, aber schon mehr als ein ernsthaftes Warnsignal. Wenn sich der ÖGB nicht erneuert, dann werden die Mitglieder wie aus einem verfallenden Haus ausziehen. Meine Hoffnung, dass das die Herren, die sich "Spitzenfunktionäre" nennen, verstehen, ist gering. Ein Zeichen wäre auf der Stellen möglich: Die sechs Pflanzfragen für die Urabstimmung könnten durch zwei neue Fragen ersetzt werden: Soll in Zukunft die ÖGB-Spitze direkt in einem Gang von allen Mitgliedern gewählt werden ? Und genießt die jetzige Führung noch das Vertrauen ihrer Mitglieder ?

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