Tagebuch / Mai 2012

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MITTWOCH, 12. SEPTEMBER 2001

Zehn Stunden Fernsehen mit fassungslosen Freunden und eine vielfache Lektion in Sicherheitspolitik. Hochsicherheitssysteme in den USA lassen zu, dass drei Linienmaschinen fast gleichzeitig zu lebenden Raketen gemacht werden können. Niemand weiß, wer es war, aber Hochsicherheitspolitiker machen bereits gegen Osama bin Laden und "seine" Araber mobil. Der "Krieg" wird erklärt. Wenigstens ein
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Zehn Stunden Fernsehen mit fassungslosen Freunden und eine vielfache Lektion in Sicherheitspolitik. Hochsicherheitssysteme in den USA lassen zu, dass drei Linienmaschinen fast gleichzeitig zu lebenden Raketen gemacht werden können. Niemand weiß, wer es war, aber Hochsicherheitspolitiker machen bereits gegen Osama bin Laden und "seine" Araber mobil. Der "Krieg" wird erklärt. Wenigstens ein besonnener ORF-Korrespondent in Washington beißt nicht an, obwohl ihm seine Kollegen aus dem Senderaum immer wieder die Happen "arabischer Terror", "bin Laden" und "Vergeltungsschlag" hinwerfen.

Jetzt schlägt die Stunde der Militärs. Keiner fragt, warum alle Dienste nichts ausgerichtet haben. Jeder will nur noch mehr von dem, was auch diesmal nicht funktioniert hat. Bei uns wird es schon bald mit mehr Rasterfahndung, mehr EKIS, mehr Staatsicherheit und mehr Militärgeheimdiensten losgehen. Wer es auch immer war, die Terroristen haben den Hochsicherheitspolitikern die fehlende Munition geliefert.

Ich weiß nicht, welche Fabrik oder welche Stadt jetzt bombardiert wird. Ich weiß nur, dass die Bilder aus der sudanesischen Arzneimittelfabrik oder der serbischen Chemie-Industriestadt Pancevo damals ähnlich unerträglich waren wie die aus New York und Washington gestern.

Wolfgang Schüssel will jetzt seinen Nationalen Sicherheitsrat einrichten. Das Parlament, darauf wette ich, wird wieder an Einfluß verlieren.

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