SAMSTAG, 15. SEPTEMBER 2001
Der Krieg der Worte geht weiter. Jetzt soll der Terrorismus „ausgelöscht" werden, kündigt der amerikanische Präsident an. Wenn das ernst gemeint ist, geht es wohl auch um Hintermänner und Hinterstaaten. Dann frage nicht nur ich mich:1. Wachsende Teile etwa der palästinensischen Bevölkerung in Westbank, Gaza und Jordanien sympathisieren mit der Gewalt. Was geschieht jetzt mit der
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Der Krieg der Worte geht weiter. Jetzt soll der Terrorismus „ausgelöscht" werden, kündigt der amerikanische Präsident an. Wenn das ernst gemeint ist, geht es wohl auch um Hintermänner und Hinterstaaten. Dann frage nicht nur ich mich:
1. Wachsende Teile etwa der palästinensischen Bevölkerung in Westbank, Gaza und Jordanien sympathisieren mit der Gewalt. Was geschieht jetzt mit der palästinensischen Führung und mit der Regierung in Amman, die gerade noch die Balance zwischen den Interessen der USA und der Mehrheit ihrer Bevölkerung hält ?
2. Vielleicht ist es möglich, bin Laden zu fassen. Aber was ist mit den Studenten in Hamburg, Bochum und vielleicht auch Wien ? Wie werden sie „ausgelöscht" ?
3. Die Taliban haben von der Ausbildung bis zu den Waffen fast alles von ihren damaligen amerikanischen Freunden erhalten. Präsidenten wie George Bush Vater haben - wie viele vor ihnen - den „befreundeten" Terrorismus unterstützt. Wem erklärt Bush Sohn jetzt den Krieg ?
Ich stelle mir vor, wie ein starker amerikanischer Präsident seit dem 11. September sein Land geführt hätte. Er hätte nicht den Krieg ausgerufen, sondern klargemacht, dass sich der amerikanische Rechtsstaat mit seinen Mitteln wehren und durchsetzen kann. Er hätte angekündigt, dass einem amerikanischen Gericht Beweise gegen die Täter vorgelegt würden. Und er hätte klargemacht, wie die USA über den Sicherheitsrat der UNO diesen Haftbefehl notfalls auch mit militärischen Mitteln durchgesetzt hätten. Aber Bush Sohn ist ein schwacher Präsident. Den Schaden werden viele gemeinsam bezahlen.






