DONNERSTAG, 01. SEPTEMBER 2010
„Wir sind keine Monster! Amstetten ist ein Einzelfall!“ Das ist die Maibotschaft von Alfred Gusenbauer. Mehr fällt ihm nicht ein.„Kampusch“ und „Amstetten“ sind Extreme und nur dadurch Einzelfälle. Aber sie deuten auf das Normalere hin: auf Familien und Nachbarn, bei denen die Scham größer ist als das Gefühl für Schutz und Recht; auf Behörden, die
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„Wir sind keine Monster! Amstetten ist ein Einzelfall!“ Das ist die Maibotschaft von Alfred Gusenbauer. Mehr fällt ihm nicht ein.
„Kampusch“ und „Amstetten“ sind Extreme und nur dadurch Einzelfälle. Aber sie deuten auf das Normalere hin: auf Familien und Nachbarn, bei denen die Scham größer ist als das Gefühl für Schutz und Recht; auf Behörden, die Hinweise und Spuren übersehen; und auf eine Politik, die mit der „Einzelfall“-Rechtfertigung grundlegende Änderungen schwerer macht.
„Kampusch“ und „Amstetten“ sind auch anderswo möglich. Österreich ist weder das Land der hohen Berge und tiefen Keller noch eine selige Insel. Österreich ist, auch was Gewalt in der Familie betrifft, ganz normal. Das ist schlimm genug.
Das einzig Österreichische in den letzten Tagen war der seltsame nationale Stolz. „So viele Kamerateams“ – „Aufmacher in CNN!“ – Vom ORF bis zu den Zeitungen zählten alle mit, wie das Land auf der globalen Aufmerksamkeitsskala nach oben geschossen ist. In diesen Tagen verwechselt uns niemand mit Australien.
Aber warum kippt jenseits der Grenzen das Österreich-Bild so leicht? Wahrscheinlich hat das viel damit zu tun, dass man Länder wie Deutschland und Großbritannien auf der Landkarte, Österreich aber auf der Ansichtskarte findet. Jahrzehntelang ist in ein Klischee von weißen Pferden und singenden Knaben, Bergen, Seen und Trachten investiert worden. Jedes Klischee hat eine Rückseite. Auf ihr prägen dann Kampusch und der Amstettner Keller, aber auch Waldheim und Haider das Bild. Was auf der einen Seite nur hübsch ist, wirkt auf der anderen Seite allzu leicht nur hässlich.
Das hübsche Bild ist selbst gemalt. Damit fällt das weniger hübsche auch in die eigene Verantwortung.
Antwort von: Graf Hoyos
verfasst am: 10.05.2008 17:52:35
Sorry, aber zum "weniger hübschen Bild Österreichs" gehören eindeutig auch Links-Hetzer wie SIE!!
Antwort von: Alain Aufffray
verfasst am: 06.05.2008 23:27:55
über Österreich und Amstetten hätte ich gern ein Gespräch mit Ihnen. Alain Auffray Journalist bei der Tages zeitung Libération (Paris) sind Sie Ende dieser Woche
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über Österreich und Amstetten hätte ich gern ein Gespräch mit Ihnen.
Alain Auffray Journalist bei der Tages zeitung Libération (Paris)
sind Sie Ende dieser Woche erreichbar?
herzliche Grüsse
a.auffray@liberation.fr
Antwort von: wicki
verfasst am: 05.05.2008 12:43:16
Halte den Zusammenhang dieser Verbrechen mit irgendwas typisch österreichischem (wenn es das überhaupt gibt?!), aus psychologischer Sicht, für einen reinen SCHWACHSINN!! Bitte solche
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Halte den Zusammenhang dieser Verbrechen mit irgendwas typisch österreichischem (wenn es das überhaupt gibt?!), aus psychologischer Sicht, für einen reinen SCHWACHSINN!!
Bitte solche Stereotypen in Zukunft unterlassen.
Antwort von: ghostwriter
verfasst am: 03.05.2008 17:58:38
Was mich schockiert ist, dass man hier schon wieder alles unter den Tisch kehrt. Lerne wir es nie?Glaube wir sollten uns mal Gedanken über die österreichische Gesellschaft machen bevor wir
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Was mich schockiert ist, dass man hier schon wieder alles unter den Tisch kehrt. Lerne wir es nie?
Glaube wir sollten uns mal Gedanken über die österreichische Gesellschaft machen bevor wir unser Image wieder aufpolieren.
Denn Zaubern können PR-Argenturen auch nicht, außerdem befürchte ich, dass das nicht der letzte Skandal ist der dieses wunderschöne Land erschüttern wird!
GOTT SCHÜTZTE ÖSTERREICH
Antwort von: alexandra bader
verfasst am: 01.05.2008 15:31:28
PS: zu gusenbauer interessant die presseaussendung der SPÖ grad aus meiner mailbox: SPÖ-Vorsitzender, Bundeskanzler Alfred Gusenbauer nahm Donnerstagvormittag in seiner Rede zum 1. Mai auch
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PS: zu gusenbauer interessant die presseaussendung der SPÖ grad aus meiner mailbox:
SPÖ-Vorsitzender, Bundeskanzler Alfred Gusenbauer nahm Donnerstagvormittag in seiner Rede zum 1. Mai auch zum Inzest-Drama in Amstetten Stellung: Man stehe hier vor einem "unfassbaren Kriminalfall eines kriminellen Einzeltäters" und vor einer "Grausamkeit, die betroffen macht und über jede menschliche Vorstellung hinaus geht". Bei aller Betroffenheit sei aber auch klar, "dass wir das Ansehen Österreichs verteidigen werden", bekräftigte Gusenbauer, der weiters unterstrich, dass "wir alles tun werden, um das Verbrechen aufzuklären und den Opfern zu helfen". Und Gusenbauer machte deutlich, dass Östereich "eines der sichersten und besten Länder der Welt ist".
da haben wir nochmal die abgrenzung und distanzierung und das verteidigen des ansehens des landes - das ja wohl nur in verkürzter medienhype-sicht irgendwie charakteristisch für solche "horrorfälle" sein kann (oder war belgien dutroux?).
Antwort von:
verfasst am: 03.05.2008 06:12:30
jaja, ist schon recht. und jetzt wieder brav die medikamente nehmen und in die ecke kauern. weil die cia wartet eh schon auf sie da draussen im echten leben!
http://tinyurl.com/56vuw8
Antwort von: alexandra bader
verfasst am: 01.05.2008 15:24:31
das mit dem kitschigen bild stimmt schon - aber es ist auch relativ einfach für medien, diesen klischees dann ebenfalls (neue) klischees entgegenzusetzen von wegen, dass die enge der berge (das
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das mit dem kitschigen bild stimmt schon - aber es ist auch relativ einfach für medien, diesen klischees dann ebenfalls (neue) klischees entgegenzusetzen von wegen, dass die enge der berge (das stand doch irgendwo?) etwas mit dem horror zu tun hat, der sich hier jahrelang unbemerkt entfalten kann. wenn man sich vorstellt, es wäre in hawaii passiert - wären dann die palmen, das meer, die wasserfälle etc. "schuld"?
und natürlich hat nur ganz extreme gewalt diese aufmerksamkeit, während die "alltägliche" häusliche gewalt und der "normale" missbrauch das nicht erfahren. und man darf auch nicht vergessen, dass solche "fälle" auch den hauch des bizarren, monströsen haben, von dem sich alle beruhigt abgrenzen können (sicher auch jene, die gewalt bei nachbarn oder verwandten nicht wahrhaben wollen). das vermeidet auch die auseinandersetzung damit, dass alle menschen licht und schatten haben (und bei manchen offenbar der schatten alles andere massivst überwiegt), dass auch "monster" so geworden sind (siehe diskussionen über den "fall luca" letzten november).






