Tagebuch / Mai 2012

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DONNERSTAG, 04. OKTOBER 2001

Vor der Pressekonferenz klärt mich der Chef der Statistik Austria über die Aufarbeitung der Volkszählung auf: Die Adressdaten des Gebäudeblattes sind in den Personensatz übernommen worden. Damit fehlen in der statistischen Aufarbeitung nur die Namen. Über Adresse, Geburtsdatum, Familienstand und Geschlecht ist es jederzeit möglich, die Volkszählungsbogen den einzelnen Personen zuzuordnen.
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Vor der Pressekonferenz klärt mich der Chef der Statistik Austria über die Aufarbeitung der Volkszählung auf: Die Adressdaten des Gebäudeblattes sind in den Personensatz übernommen worden. Damit fehlen in der statistischen Aufarbeitung nur die Namen. Über Adresse, Geburtsdatum, Familienstand und Geschlecht ist es jederzeit möglich, die Volkszählungsbogen den einzelnen Personen zuzuordnen. Die Statistik Austria ist dazu bereit.

Die Bildungsevidenz von Frau Gehrer ist der erste Testfall. Alle Daten der Personenblätter von Schülern und Studenten laufen jetzt durch den Computer und werden mit Namen und Sozialversicherungsnummern versehen. Ähnliches ist für weitere Register in anderen Ministerien geplant. Der § 5 des Bundesstatistikgesetzes ermächtigt dann Staatspolizei und Heeresdiensten, all diese Daten nach politischen, religiösen und ethnischen Kriterien zu rastern.

Bildungspolitisch ist Gehrers Datei ein Holler. Für den Überwachungsstaat ist sie ein wichtiger Baustein.

Mit der Volkszählung sind den Menschen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen unter Strafandrohung persönliche Daten herausgelockt worden. Aber so funktioniert das eben. Das ist der Unterschied zwischen Strasser und Westenthaler: Während der eine Krach schlägt und sich lächerlich macht, besorgt ihm der andere still und freundlich das Geschäft.

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