FREITAG, 23. NOVEMBER 2001
Ein völlig unbekannter Mann steht im Plenum am Rednerpult. Er lässt sich als Ing. Gerhard Mayer von der FPÖ identifizieren. Klein, vierschrötig und ungelenk wendet er sich abrupt immer der Seite zu, die gerade mehr über ihn lacht. Wie immer blinkt rechts am Rednerpult eine rote Lampe, um das Ende der Redezeit anzuzeigen. Beim Weggehen schlägt Mayer mit der Handfläche auf die Lampe -
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Ein völlig unbekannter Mann steht im Plenum am Rednerpult. Er lässt sich als Ing. Gerhard Mayer von der FPÖ identifizieren. Klein, vierschrötig und ungelenk wendet er sich abrupt immer der Seite zu, die gerade mehr über ihn lacht. Wie immer blinkt rechts am Rednerpult eine rote Lampe, um das Ende der Redezeit anzuzeigen. Beim Weggehen schlägt Mayer mit der Handfläche auf die Lampe - offenbar hat er irgendwo eine Schachuhr gesehen. Seine freiheitlichen Freunde applaudieren. Sie sind Reden gewöhnt.
Im Doktrinen-Redaktionskomittee geht erstaunlich viel weiter. Möglicherweise kommt es zu einer überraschenden Einigung.
Dann Parteienverhandlungen über das Informationssicherheitsgesetz. Die Beamten des Aussenminsteriums blamieren sich bis auf die Knochen. Das Gesetz ist schlampig formuliert und hat nur noch wenig mit dem Beschluss des Rats in Brüssel zu tun. Auf jede zweite Frage müssen die Beamten passen. Ein Gremium, erklärt eine Juristin des Aussenamtes, sei überhaupt nur so eingerichtet worden, um die Verfassung zu umgehen. Zwei Vertreter der ÖVP gestehen mir nachher, dass sie sich noch selten für eine Regierungsvorlage so geschämt hätten.






