Tagebuch / Februar 2012

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DIENSTAG, 10. NOVEMBER 2009

Grüne. Wir bekommen einen neuen Bundesgeschäftsführer. Stefan Wallner hat zehn Jahre lang die Geschäfte der Caritas geführt. Am 4. Dezember soll ihn unser Erweiterter Bundesvorstand zum Nachfolger von Michi Sburny wählen. Das hat gestern Abend unser Bundesvorstand empfohlen. Wallner ist eine erstklassige Wahl. Von allen, die wir kennen, ist er mit Sicherheit einer
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Grüne. Wir bekommen einen neuen Bundesgeschäftsführer. Stefan Wallner hat zehn Jahre lang die Geschäfte der Caritas geführt. Am 4. Dezember soll ihn unser Erweiterter Bundesvorstand zum Nachfolger von Michi Sburny wählen. Das hat gestern Abend unser Bundesvorstand empfohlen.

Wallner ist eine erstklassige Wahl. Von allen, die wir kennen, ist er mit Sicherheit einer der besten. Dazu ist seine Bestellung ein politisches Signal, weil es kein Zufall ist, dass Stefan Wallner der Geschäftsführer der Grünen und nicht der ÖVP wird. Mit der Verfekterung der ÖVP hat sie sich den sozial und menschenrechtlich engagierten Christen entfremdet. Nur wir vertreten heute das, was nicht wenige für das Wesen christlich engagierter Politik halten.

U-Ausschuss. „Ja, das war keine schöne Waffe der Opposition, aber sie hat gewirkt." So fasst Martin Bartenstein vor den Journalisten das Einlenken der ÖVP in der Ministerfrage zusammen. Sein Eingeständnis, dass die ÖVP diesmal nicht mit dem Kopf durch die Oppositionswand konnte, hat Stil. Am Donnerstag Vormittag werden wir in einer Geschäftsordnungssitzung über die ersten Ministerladungen beraten.

ÖVP. Die ÖVP beginnt einzusehen, dass sie mit ihrerMinisterblockade nicht durchkommt. Martin Bartenstein hat schon in der„Presse" Ministerladungen befürwortet. In den letzten Tagen klopfenimmer öfter Vertreter der ÖVP an. Sie haben eine überraschendeEntdeckung gemacht und suchen jetzt nach einer Lösung. Die Entdeckunglautet: Wir Grüne sind nicht so wie die SPÖ. Wenn uns die ÖVP etwasanschafft, folgen wir nicht. So sind wir.

Jetzt sitzt der Finanzminister vor seinerEU-Dienstleistungsrichtlinie und weiß nicht, wie er rechtzeitig vor dem31. Dezember die zwei Drittel-Mehrheit bekommt. Damit blamiert er sichin Brüssel. Werner Kogler und ich werden diese Blamage verstärken. Wenndie Ministerblockade nicht abgebrochen wird, werden wir nach Brüsselfahren und dort die Journalisten informieren, dass der ÖVP der Schutzihrer Minister vor parlamentarischer Befragung wichtiger ist als dieUmsetzung von EU-Recht.

Kara Kul-Staatsanwälte. „Der Kara Kul ist ein See im östlichen Tadschikistan (Zentralasien) in der autonomen Provinz Berg-Badachschan." Das vermeldet Google Earth.

Es gibt einen Vorsitzenden der Sektion Richter und Staatsanwälte in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst namens Klaus Schröder. Der ortet die Arbeit des U-Ausschusses im „hintersten Tadschikistan". Im Gegensatz zum Tadschiken-Experten Schröder kenne ich die Arbeit parlamentarischer Untersuchungsausschüsse in der Gegend von Kara Kul nicht. Aber vielleicht geht es ja um etwas anderes.

In der Pressekonferenz am 6. November haben noch zwei weiter Staatsanwälte die Nerven verloren: Wolfgang Swoboda und Kurt Mühlbacher. Der Kern ihres Anwurfs lautet: Beschuldigte Abgeordnete befragen im laufenden Verfahren ihre eigenen Staatsanwälte. „Konkrete Fälle konnte Swoboda auf Nachfrage allerdings nicht nennen", meldet die APA. Das hat einen einfachen Grund: Es gibt keine Fälle. Die Beschuldigung des Staatsanwalts basiert auf einer freien Erfindung. Der Staatsanwalt denkt sich einen Fall aus und beschimpft auf Basis seiner Erfindung das Parlament.

Der Ausschuss wird sich das nicht bieten lassen. Staatsanwälte, die Vorwürfe frei erfinden, sind der beste Beweis für das System der Regierungsjustiz. Auch zu diesen drei dubiosen Herren müssen wir die Justizministerin befragen. Vielleicht ist sie bereit, allen dreien ein neues Aufgabengebiet dort zu verschaffen, wo sie sich offensichtlich besser auskennen als im österreichischen Rechtsstaat: in Kara Kul.

U-Ausschuss. Und wieder besucht uns ein Staatsanwalt der Politischen Abteilung. Herr Apostol sollte untersuchen, ob der ÖVP-Abgeordnete Kukacka im Innenausschuss aus einem Aktenvermerk einer Kriminalbeamtin zitiert und sich diesen dazu widerrechtlich beschafft habe. Apostol hat über eine seltsame Befragung von Kukacka hinaus auf Ermittlungsschritte verzichtet. Seine Begründung rührt die Ausschussherzen: Er habe „ergebnisorientiert" ermittelt. Das „Ergebnis" der politischen Staatsanwälte ist immer dasselbe: Schonung der ÖVP und Verfolgung der Opposition.

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Antwort von: quo_vadis_austria
verfasst am: 11.11.2009 10:12:44

ist wirklich bemerkenswert dass hr wallner, trotz der gemeinsamen zugehoerigkeit zur gleichen sekte, nicht zu den schwarzen oder den selbsternannten braunen kreuzrittern sondern ausgerechnet zu den
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ist wirklich bemerkenswert dass hr wallner, trotz der gemeinsamen zugehoerigkeit zur gleichen sekte, nicht zu den schwarzen oder den selbsternannten braunen kreuzrittern sondern ausgerechnet zu den gruenen geht ...

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Antwort von:
verfasst am: 10.11.2009 16:43:52

Die EU-Bonzen in Brüssel könnten Ihre Bemühungen aber auch so verstehen, dass die Grünen ihre Profilierungsausschüsse vorentreiben als das EU - Recht. Bzw., den Eindruck bekommen, dass den
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Die EU-Bonzen in Brüssel könnten Ihre Bemühungen aber auch so verstehen, dass die Grünen ihre Profilierungsausschüsse vorentreiben als das EU - Recht.

Bzw., den Eindruck bekommen, dass den Grünen nationale Quereleien wichtiger sind als Europa.

hat Brüssel so einen Eindruch zurecht?

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Antwort von: Der Mann im Fass
verfasst am: 10.11.2009 15:39:44

Ach Herr Pilz! Gerade Sie sollten das doch gutheißen, wenn ein Beamter keine Zeit und damit Mittel vergeudet, wenn bei der Untersuchung ohnehin nichts herauskommen wird. Wenn dieses absehbar war,
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Ach Herr Pilz!
Gerade Sie sollten das doch gutheißen, wenn ein Beamter keine Zeit und damit Mittel vergeudet, wenn bei der Untersuchung ohnehin nichts herauskommen wird. Wenn dieses absehbar war, hat der Mann doch richtig gehandelt: er hat Geld gespart. In Zeiten wie diesen wohl eine gute Tat, oder?

(Sarkasmus aus)

Ihr Mann im Fass

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Antwort von: Ähem
verfasst am: 10.11.2009 13:20:49

Lobgesang auf Wallner: da lernt der PP glatt noch das Beten - wer hätte das Gedacht. Lieber wär mir, der Wallner verlernt es, denn die Christianisierung der Grünen hätte uns gerade noch
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Lobgesang auf Wallner: da lernt der PP glatt noch das Beten - wer hätte das Gedacht.
Lieber wär mir, der Wallner verlernt es, denn die Christianisierung der Grünen hätte uns gerade noch gefehlt...

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Antwort von: quo_vadis_austria
verfasst am: 10.11.2009 13:53:54

ich moechte mich im namen aller forumsteilnehmer bei ihnen für dieses wunderschöne und nützliche posting bedanken. vielen dank also und weiterhin viel kraft bei ihren konstruktiven bestrebungen
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ich moechte mich im namen aller forumsteilnehmer bei ihnen für dieses wunderschöne und nützliche posting bedanken.

vielen dank also und weiterhin viel kraft bei ihren konstruktiven bestrebungen die welt zu verbessern!

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Antwort von: victim of the fascistic controlgrid
verfasst am: 10.11.2009 15:25:55

Ich glaube 'quo_vadis_austria' sie sollten in Zukunft Sarkasmus entsprechend kennzeichnen - sie wissen doch was für (rechte) Leuchten hier verkehren, die halten das doch glatt für ein
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Ich glaube 'quo_vadis_austria' sie sollten in Zukunft Sarkasmus entsprechend kennzeichnen - sie wissen doch was für (rechte) Leuchten hier verkehren, die halten das doch glatt für ein ernst gemeintes Posting :))

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Antwort von: Remis
verfasst am: 10.11.2009 17:07:06

Dass jemand ein Posting lobend erwähnt, welches u.a. darin besteht, dass die Staatsanwälte reihenweise als Lügner bezeichnet werden (natürlich spricht nur der Abg. PP die Wahrheit) und in dem
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Dass jemand ein Posting lobend erwähnt, welches u.a. darin besteht, dass die Staatsanwälte reihenweise als Lügner bezeichnet werden (natürlich spricht nur der Abg. PP die Wahrheit) und in dem weiters angekündigt wird, die Bundesregierung in Brüssel zu vernadern, sollte sie nicht "spuren" (so nach Volksschulusance - "Hr. Lehrer der Josef hat den Peter in den Hintern gezwickt)und dieses ernst nimmt, das ist eigentlich nur Ihnen "victim of.." zuzutrauen - sozusagen als "linke Leuchte".Alle anderen nehmen den Beitrag sicher so wie er gemeint war - als sarkastischen Beitrag eben. Hätt ma den "quo vadis" gar nicht zugetraut, obwohl es natürlich Besseres gibt. Hellau!

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Antwort von: Stalingrad
verfasst am: 10.11.2009 17:56:46

Fahr zur Hölle Nazischwein!!

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Antwort von: Nazigrad
verfasst am: 10.11.2009 21:45:20

Fahr zum Stalin, Höllenschwein.

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Antwort von: Hey Stalingrad
verfasst am: 10.11.2009 18:45:46

Hängt die Platte immer noch, du linker Forumstroll?

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Antwort von:
verfasst am: 11.11.2009 10:51:44

hihi

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Antwort von: der gute beobachter
verfasst am: 10.11.2009 12:17:41

wiedermal genial formuliert und in der sache sowieso richtig und unterstützenswert, weiter so herr dr. pilz! (ich hoffe bzö/fpö fallen nicht um)

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Antwort von: pmacke
verfasst am: 10.11.2009 14:07:00

möchte mich dem ja gerne anschließen, allerdings: gehe ich nicht davon aus, dass Sie die drei Staatsanwälte im See ertränken wollen und selbst wenn, würde ich ihnen einen anderen Fall wünschen.
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möchte mich dem ja gerne anschließen, allerdings: gehe ich nicht davon aus, dass Sie die drei Staatsanwälte im See ertränken wollen und selbst wenn, würde ich ihnen einen anderen Fall wünschen. Auch ist der Herr Gewerkschaftsvorsitzende wohl ein Experte für die Einteilung in hinteres oder vorderes Tadschikistan und weniger für dessen Bevölkerung.

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Antwort von: franz kendlbacher
verfasst am: 10.11.2009 12:15:56

sehr geehrter herr pilz warum werde ich das gefühl nicht los, dass es in der österreichischen politik nur mehr um persönliche befindlichkeiten der politiker geht? dass es mit unserem justizwesen
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sehr geehrter herr pilz
warum werde ich das gefühl nicht los, dass es in der österreichischen politik nur mehr um persönliche befindlichkeiten der politiker geht?
dass es mit unserem justizwesen im argen liegt, weiss hoffentlich schon jedes kind.
dass richter und staatsanwälte einen staat im staat betreibebn, auch.
warum setzen sich nicht einmal ein paar der unnötigen (da fürs volk untätigen) politiker auch fürs volk ein?
wenn staatsanwälte bereits die letzte instanz in unserem rechtsstaat sind, wo beginnt da der rechtsstaat?
oder sind ihnen solche fälle, wo die staatsanwaltschaft einfach dinge behauptet und verfahren einstellt, anstatt sie vor einen richter zu bringen, unbekannt???
und menschen, die das geld für ein verfahren vor einem zivilgericht nicht haben, können sich aufhängen.
denn selbst wenn man vor gericht obsiegt, bleibt man im sozialstaat österreich auf den prozesskosten sitzen!!!
ist für einen abgeordneten, der sich hauptsächlich um leute kümmert, die den rechtsstaat missbrauchen, sicher neu.

Antworten


Antwort von: franz kendlbacher
verfasst am: 10.11.2009 12:14:30

sehr geehrter herr pilz warum werde ich das gefühl nicht los, dass es in der österreichischen politik nur mehr um persönliche befindlichkeiten der politiker geht? dass es mit unserem justizwesen
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sehr geehrter herr pilz
warum werde ich das gefühl nicht los, dass es in der österreichischen politik nur mehr um persönliche befindlichkeiten der politiker geht?
dass es mit unserem justizwesen im argen liegt, weiss hoffentlich schon jedes kind.
dass richter und staatsanwälte einen staat im staat betreibebn, auch.
warum setzen sich nicht einmal ein paar der unnötigen (da fürs volk untätigen) politiker auch fürs volk ein?
wenn staatsanwälte bereits die letzte instanz in unserem rechtsstaat sind, wo beginnt da der rechtsstaat?
oder sind ihnen solche fälle, wo die staatsanwaltschaft einfach dinge behauptet und verfahren einstellt, anstatt sie vor einen richter zu bringen, unbekannt???
und menschen, die das geld für ein verfahren vor einem zivilgericht nicht haben, können sich aufhängen.
denn selbst wenn man vor gericht obsiegt, bleibt man im sozialstaat österreich auf den prozesskosten sitzen!!!
ist für einen abgeordneten, der sich hauptsächlich um leute kümmert, die den rechtsstaat missbrauchen, sicher neu.

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