Tagebuch / Mai 2012

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SONNTAG, 16. DEZEMBER 2001

Neuseeland ist freundlich. Freundliche Hunde beschnuppern das Gepäck, damit keine neuen Pflanzen oder Tiere eingeschmuggelt werden können. Ratten, Opposums, Kaninchen und indischer Ingwer haben schon genug zerstört.Ein freundlicher Mietwagenverleiher nimmt mir nicht übel, dass ich keinen Führerschein mithabe. Er freut sich mit mir über meinen schönen Pass und meint, dass nicht viel
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Neuseeland ist freundlich. Freundliche Hunde beschnuppern das Gepäck, damit keine neuen Pflanzen oder Tiere eingeschmuggelt werden können. Ratten, Opposums, Kaninchen und indischer Ingwer haben schon genug zerstört.

Ein freundlicher Mietwagenverleiher nimmt mir nicht übel, dass ich keinen Führerschein mithabe. Er freut sich mit mir über meinen schönen Pass und meint, dass nicht viel passieren könne – die Polizei sei nämlich sehr freundlich.

Freundliche Menschen erkären mir in Auckland den Weg zur Route 1 Richtung Norden. Da mich alle woanders hinschicken, lerne ich viele freundliche Wegweiser kennen.

Und dann komme ich um eine Kurve und fahre plötzlich auf das Meer zu. Buchten winden sich tief ins Land und schließen kleine Inseln ein. Links ragen einzelne Pinien aus dem Urwald, der in vielen winzigen Kuppeln die Hügel bedeckt. Dann neigen sich meterhohe Farne zur Gasse und hinter der nächsten Biegung ist dort, wo ich Land erwarte, wieder Meer. An der Küste der Nordinsel geht einem Österreicher, der sich an Tälern und Bergrücken einfach zurechtzufinden gelernt hat, die Orientierung schnell verloren.

Rechts von Wakworth sind es sieben Kilometer bis Matakana und noch vier bis zum Rainbow Valley. Ein geschotterter Weg führt steil ins Tal. Quer über die Straße verraten hölzerne Wasserrinnen, daß hier ein Steirer gebaut hat.

Im letzten Spiegel erkärt der Redakteur, daß Permakultur nur bei wenig Niederschlag funktioniere. Auf das Rainbow Valley regnet es jährlich zwei Meter – und alles wächst, weil es sich gegenseitig unterstützt. Tiere und Pflanzen leben in einem System, über dessen Gesetze Pelle zum Glück viel mehr weiß, als seine Gegner in der neuseeländischen Agrarindustrie.

Vier Wochen hat es jetzt geregnet. Alles blüht, und ich werde Schönwetter bringen.

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