Tagebuch / Mai 2012

<< zurück

MONTAG, 17. DEZEMBER 2001

"Huron’s Flight” nennt ein amerikanischer Weinbauer im Matakana Valley seinen besten Rotwein. Die Konkurrenz ist französisch” und "international”. Er will "italienischen” Wein anbauen. Der Klon seines Sangiovese stammt vielleicht aus Montalcino, wahrscheinlich aber aus Montepulciano. Aber niemand wird ihn mit Brunello oder Vino Nobile verwechseln. Der Amerikaner hat einen großen,
>> mehr lesen

"Huron’s Flight” nennt ein amerikanischer Weinbauer im Matakana Valley seinen besten Rotwein. Die Konkurrenz ist französisch” und "international”. Er will "italienischen” Wein anbauen. Der Klon seines Sangiovese stammt vielleicht aus Montalcino, wahrscheinlich aber aus Montepulciano. Aber niemand wird ihn mit Brunello oder Vino Nobile verwechseln. Der Amerikaner hat einen großen, mächtigen Wein der Neuen Welt geschaffen. Mit seiner naiven Wucht passt er ins Land.

Am Talgrund weiden Kühe, Kühe und Kühe. Ab zweihundert Stück lohnt sich für einen Bauern die Milch. Die Hälfte der Tiere hat keine Schwänze. Sie werden abgeschnitten, damit sie beim Melken nicht ins Gesicht schlagen. Ohne Schwänze und weggesägte Hörner wandert nur der Nutzteil des Rindes über die Weide.

Viel vom grünen Image verdankt Neuseeland zwei Umständen: dem Fehlen der Schwerindustrie sowie der geringen Bevölkerungsdichte. Die saubere Luft hat eine Nebenwirkung: Sie läßt viel UV-Strahlung durch. In Europas industriellen Zentren gilt das paradoxe Gesetz "Schmutz ist Schutz”. In Neuseeland muss die Sonnencreme die Smogglocken ersetzen.

Bei unserer Rückkunft humpelt eine Ente über den Vorhof. Ein Aal hat ihr die halbe Flosse weggebissen. Wir legen Angeln aus.

Antworten