FREITAG, 21. DEZEMBER 2001
Abfahrt nach Norden. Im Waipoua Forest stehen die letzten großen Kauri-Bäume. Vor rund fünfzig Jahren hat der Naturschutz gerade noch 91 qkm Wald gerettet. Wie ein mittleres Hochhaus steht mit Tane Mahuta der größte Kauri mit 56 Meter Höhe vor Bänken, die nach fünf Minuten Anmarsch das Fotografieren erleichtern. Ein paar Kilometer weiter hat sein kürzerer, dicker Bruder Te Mahuta Ngahere
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Abfahrt nach Norden. Im Waipoua Forest stehen die letzten großen Kauri-Bäume. Vor rund fünfzig Jahren hat der Naturschutz gerade noch 91 qkm Wald gerettet. Wie ein mittleres Hochhaus steht mit Tane Mahuta der größte Kauri mit 56 Meter Höhe vor Bänken, die nach fünf Minuten Anmarsch das Fotografieren erleichtern. Ein paar Kilometer weiter hat sein kürzerer, dicker Bruder Te Mahuta Ngahere überlebt.
Weit entfernt vom Park zieht Stephen King junge Kauris. Wer ihn besucht, wird von der Freude des bärtigen, langhaarigen Baumvaters über die Fortschritte seiner Zöglinge einfach mitgerissen. Trotzdem sind die Plantagenbesitzer, die alles ausreißen, um Platz für ihre Kiefern und Pinien zu schaffen, noch im Vormarsch.
Die Kiefernwüsten ähneln dem, was wir in Oesterreich als "Wald" bezeichnen. Ein Tag hier im Busch macht mir klar, dass meine Huam in der Obersteiermark nicht mehr als ein Rest alter Bauernkultur mitten in einer Fichtenplantage ist.
Das Faszinierende am Regenwald sind nicht die wenigen hohen Bäume und die meterhohen Farne. Es ist das Unterholz, die Dichte, das verschlungene Leben, die Vielfalt.
Vor hundert Jahren haben ein paar Kaurifäller-Dynastien mit der Unordnung aufgeräumt. Die Bäume wurden gefällt und die Bäche in Talengen aufgestaut, bis die Stämme in einer Sturzflut dutzende Kilometer Richtung Küste geschwemmt werden konnten.
Rund zwanzig Kilometer nach dem Wald liegt Opononi in malerischer Lage am Eingang zum Harbour. Im Norden begrenzen die ersten Riesendünen den Sund.
Abenddämmerung am Ninety Miles-Beach. Bis knapp vor Sonnenuntergang geht es dem endlosen dünengesäumten Strand entlang. Ab und zu ragt das Dach eines Autos, dessen Fahrer die Gezeiten unterschätzt hat, aus dem Sand.
Abendessen? Nix nach neun. Englische Disziplin, wer sich nicht an die Essenszeiten hält, muß hungern. Der Selbstvergiftungsversuch in einem chinesischen Take Away scheitert. Vor einer Bar drückt mir ein Ansäßiger ein volles Glas Bier in die Hand. Prost.






