MITTWOCH, 26. DEZEMBER 2001
Pelles Nachbar Gerry lädt uns ein. Mit einem alten Ferguson-Traktor führt sein Vater sein Boot am Omaha-Beach ins Wasser. Das Land um Omaha ist in den letzten Jahren etwas wert geworden. Der Siedlungsdruck aus Auckland steigt. Eine Bucht nach der anderen wird von den reichen Städtern aufgekauft. Die wenigen Maoris verschwinden. Ihre zweite Vertreibung in Neuseeland hat mit Einkommen und Besitz
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Pelles Nachbar Gerry lädt uns ein. Mit einem alten Ferguson-Traktor führt sein Vater sein Boot am Omaha-Beach ins Wasser.
Das Land um Omaha ist in den letzten Jahren etwas wert geworden. Der Siedlungsdruck aus Auckland steigt. Eine Bucht nach der anderen wird von den reichen Städtern aufgekauft. Die wenigen Maoris verschwinden. Ihre zweite Vertreibung in Neuseeland hat mit Einkommen und Besitz zu tun. Nur ihre Namen bleiben - Tawharanui fuer die Landspitze, die gerade noch unter Naturschutz gestellt werden konnte, Kawau-Island für die Insel, auf der ein britischer Gouverneur Land und Leute genoß.
Vor Tawharanui läßt sich Gerrys Vater im gefleckten Tarn-Tauchanzug ins Wasser. Zwanzig Minuten später taucht der alte Mann mit zwei dunkelblauen Butterfischen und einem ein Meter-Kingfish wieder auf. Pelle angelt einen Snapper.
Hundert Meter weiter tauchen Gerry und ich ab. Eine kleine Schule Kingfish zieht vorbei. Im gelben Seegraswald suchen wir jede Spalte und Höhle nachCrayfish, den Langusten, ab. Gerry zieht mit blitzartigem Griff zwei grosse Langusten aus den Spalten. Ein Oktopus windet sich gerade noch rechtzeitig in ein Loch.
Vor Kawau Island gehen wir Scallops tauchen. Im flachen Wasser ist die Sicht über dem Sandboden schlecht. Eine Leine hält uns zusammen. Wir finden dreißig Muscheln. Dann baut sich ein großer Rochen mit drohend aufgestelltem Stachel vor uns auf. Wir biegen ab.
Gerrys Vater erzählt von Rochenverletzungen und vom Niedergang seiner Labour Party. "Das ist schon seit zwanzig Jahren nichts mehr. Labour hat seine Seele verloren." Sein Sohn nickt. Neuseeland New Labour hat kaum noch Platz für alte linke Genossen.






