Tagebuch / Mai 2012

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FREITAG, 28. DEZEMBER 2001

Der neuseeländische Milchkonzern Anchor weiß, wie man am grünen Image des Landes verdient. Täglich liefert er seine "organic spreadable butter" nach England. Engänder wissen schließlich, dass auf der immergrünen Insel glücklichen Kühen ans Euter gegriffen wird. Der Engländer erfährt nicht, dass die Bio-Milch aus Österreich stammt. Bei uns sind zehn Prozent der Bauern bio. Die 0,4
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Der neuseeländische Milchkonzern Anchor weiß, wie man am grünen Image des Landes verdient. Täglich liefert er seine "organic spreadable butter" nach England. Engänder wissen schließlich, dass auf der immergrünen Insel glücklichen Kühen ans Euter gegriffen wird. Der Engländer erfährt nicht, dass die Bio-Milch aus Österreich stammt. Bei uns sind zehn Prozent der Bauern bio. Die 0,4 Prozent in Neuseeland machen weder Milch noch Bio fett. Der Unterschied ist einfach und heißt "Staat". In Österreich wird gefördert, in Neuseeland vertraut man dem Markt. Guter Staat.

Anchor zeigt aber auch, wie man "grün" intelligent vermarktet. Ihre letzte Kampagne in Großbritannien bestand aus zwei Sätzen: "Modern farming ? We are 75 years behind, thanks goodness" und "Call us oldfashioned, but shouldn't cows eat grass ?". Die britischen Farmer berieten und nahmen von einer Klage Abstand.

Zweiter Besuch bei David Hoskins und seinem Sangiovese. Mit meiner Frage nach der Größe der Weingüter kann David nichts anfangen. "Groß ist 200 000 Liter bis zwei Millionen." Fläche ist kein Maßstab, weil fast alle ihre Trauben zukaufen. Die Produktion von Trauben und Wein ist weitgehend getrennt. Kaum jemand kommt auf die Idee, dass der Winzer seine eigenen Trauben keltern sollte.

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