DONNERSTAG, 15. FEBRUAR 2001
Frühstücksanruf aus der Wiener Staatsanwaltschaft. Der Kollege warnt mich. Bei der Haider-Einstellung habe es Druck von oben gegeben, jetzt versuche man, die Anklagen gegen Kabas und Kreissl nach die Wiener Wahlen zu verschleppen. Ich rufe den Leiter der StA Wien an. Er dementiert. Auf meine Frage, welche Verfahrensschritte noch ausständig seien, verweigert er die Auskunft. Der Geruch hinter
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Frühstücksanruf aus der Wiener Staatsanwaltschaft. Der Kollege warnt mich. Bei der Haider-Einstellung habe es Druck von oben gegeben, jetzt versuche man, die Anklagen gegen Kabas und Kreissl nach die Wiener Wahlen zu verschleppen. Ich rufe den Leiter der StA Wien an. Er dementiert. Auf meine Frage, welche Verfahrensschritte noch ausständig seien, verweigert er die Auskunft. Der Geruch hinter den Kulissen wird deutlicher.
Der erste Anlauf gegen die Überwachungs-Verordnung ist medial gelungen. Jetzt ist das Thema da. Bis zum 23. Februar haben wir noch eine Chance. Bin gespannt, ob die SPler einsteigen.
Gerhard Ruiss kommt auf Besuch. Endlich wer, der nicht über die Wende in der Kulturpolitik jammert. Natürlich will ihm Morak Geld, Literaturhaus und Luft abdrehen. Aber Ruiss hat Spaß am Konflikt. Ich kann mir gut vorstellen, wie der gehetzte Staatsekretär droht, beschwichtigt und verzweifelt nach Verbündeten sucht. In der Literatur findet er niemanden. Seltsam, dass er nur unter den Philosophen erfolgreich scheint.
Ruiss weist auf eine neue Entwicklung hin. "Sie versuchen, Kunst, Bildung und Medien politisch voneinander zu trennen - und sich dann einzeln vorzunehmen." In der Medienpolitik funktioniert das bereits beachtlich. In den Schulen wird es bald losgehen.






