Tagebuch / September 2016

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DIENSTAG, 21. JÄNNER 2014

AUFTRAG NICHT ERFÜLLT Vor einem Jahr hat die Volksbefragung dem Verteidigungsminister einen eindeutigen Auftrag erteilt: Die Wehrpflicht soll reformiert werden. Nach einem Jahr steht fest: Der Minister hat den Auftrag nicht erfüllt. 1. Die Reform der Wehrpflicht besteht derzeit aus a) WLAN in einigen Kasernen, b) Gratis T-Shirt und Schlapfen bei der Stellungc) einer
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AUFTRAG NICHT ERFÜLLT

Vor einem Jahr hat die Volksbefragung dem Verteidigungsminister einen eindeutigen Auftrag erteilt: Die Wehrpflicht soll reformiert werden.

Nach einem Jahr steht fest: Der Minister hat den Auftrag nicht erfüllt.

1. Die Reform der Wehrpflicht besteht derzeit aus
a) WLAN in einigen Kasernen,
b) Gratis T-Shirt und Schlapfen bei der Stellung
c) einer geringfügigen Anhebung der Schießübungen.

2. Darüber hinaus gibt es Absichtserklärungen für „Spezialausbildungen" für wahlweise Erste Hilfe, Sprachkurse oder „mehr Schießen" im Umfang von 35 Stunden - also für etwas weniger als eine Woche des Dienstes.

3. Was sich in den restlichen 25 Wochen Präsenzdienst ändern soll, ist - mit Ausnahme der Ankündigung von „Modulen" - unbekannt.

4. 2013 sind wieder rund 22.000 junge Männer zum alten Wehrdienst eingezogen worden. Auch ihre sechs Monate Zwangsdienst waren vergeudete Zeit.

In den zehn Jahren seit den Empfehlungen der Bundesheer-Reformkommission wurde das Bundesheer unter den Verteidigungsministern Darabos und Klug in eine Sackgasse geführt. Der Befund gleicht dem der Dinosaurier kurz vor deren Aussterben: zuviel Panzer, zuwenig Hirn. Klug hat dabei das Verhältnis weiter deutlich zugunsten „Panzer" verschoben.

Jetzt ist das Bundesheer auch finanziell am Ende. Notwendiges Gerät wie die Black Hawk können nicht einmal mehr gebraucht beschafft werden, weil die Mittel längst falsch verplant sind.

Ein vernünftiges Sparpaket besteht aus fünf Punkten:

- Ausstieg aus dem Eurofighter-Kaufvertrag. Alleine die Betriebsausgaben für das System Eurofighter belaufen sich auf mehr als 60 Mio Euro pro Jahr bzw. rund 63.000 Euro pro Flugstunde;
- Verkauf der wertvollen militärischen Liegenschaften in teuren städtischen Lagen;
- Schnelle Abschaffung nicht mehr benötigter, schwerer Waffensysteme (Artillerie, Kampfpanzer)
- Ausrichtung der militärischen Strukturen auf internationale Friedensmissionen;
- Radikaler Rückbau der Zentralstelle.

REFORMIEREN ODER ZUSPERREN

Gelingt es im Jahr 2014 nicht, einen zweiten ernsthaften Versuch zur großen Reform zu beginnen, stellt sich eine grundsätzliche Frage: Kann sich Österreich ein Bundesheer, das seine Aufgaben nicht erfüllt, weiter leisten?

Wenn die Reform weiter verweigert wird, geht es um Alternativen wie:

1. Katastrophenschutz mit Pionieren und ABC-Schutz im Innenministerium;
2. Einrichtung einer polizeilichen Einheit für die Erfüllung von UN-Mandaten im untersten Petersberg-Spektrum;
3. Auslandsaufklärung nach dem Vorbild des BND in einem zivilen Nachrichtendienst beim Bundeskanzleramt;
4. Luftraumüberwachung als de facto „Luftverkehrspolizei" in das Verkehrsministerium.

Dazu soll dem Verteidigungsminister vom Parlament eine Frist bis zum 31.12.2014 gesetzt werden. Wenn es bis dahin keine Reform gibt, bleibt nur noch eine Möglichkeit:

ZUSPERREN.

 

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Antwort von: Wolfi Schü
verfasst am: 23.01.2014 11:18:04

Es passiert eigentlich - von der Regierung gewollt oder eher ungewollt- genau das Richtige: Sparzwang Wann werden die letzten Kellner einberufen? Wofür überhaupt Kellner oder wofür überhaupt
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Es passiert eigentlich - von der Regierung gewollt oder eher ungewollt- genau das Richtige: Sparzwang
Wann werden die letzten Kellner einberufen? Wofür überhaupt Kellner oder wofür überhaupt Zivilbedienstete als Kellner?
O-Casinos und UO-Messen schlissen und ersatzlos streichen. Truppenküche (die Soldaten müssen ja auch im Einsatz verpflegt werden, also sind Köche logisch) soll für alle bleiben. Wenn es den Herren Offizieren und UOs nicht passt, sollen sie halt, wie viele andere Mitarbeiter in die privat geführte Kantine oder ins nächste Gasthaus gehen und dort speisen.
Militärattachés im Ausland: Soll die Botschaft mitbetreuen und die paar Infos und Zeitungsartikel zum Lesen nach Wien schicken.
PersönlicheFahrerfür dieGeneralstäbler, eisparen, Chaffeure und Dienstautos d Ministerien zusammenlegen, kann ja für die Fahrt nach Zeltweg zum Bahnhof gebracht werden und von dort, so wie viele andere, 2. Klasse fahren.
Nur ein paar Beispiele, wie man die Anzahl der notwendigen Einberufungen minimieren kann.
Schliesung aller Heeresspitäler oder von zumindest 2, es gibt genügend zivile Krankenhäuser.
Schließung der Heeresfilmbildstelle oder Zusammenlegung mit dem Bundespressedienst.
Schließung und Verkauf weiterer Kasernen.
Etc.
Der Speck muss weg, dann ist auch genug Geld da, um zu investieren, Auslandseinsätze dann auch kein Problem.
Eurofighter zurückgeben ist unrealistisch.Bin zwar nicht "glühender" Anhänger der Wehrpflicht (selber 8 sinnlose Monate beim Heer verbracht), aber genauso stark ist meine Ablehnung eines Berufsheeres.
Wehrdienst auf 4 Monate verkürzen, reicht völlig aus.
Ich selbst könnte im Kriegsfall max. den Kochlöffel schwingen und damit die Gegner das Fürchten lehren.
Also, gesundschrumpfen, dann investieren und was Sinnvolles draus machen.
Abschaffen ist auch kein Konzept.

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Antwort von: Hausmeister Krause
verfasst am: 22.01.2014 12:00:35

wie wär s..der neue Außenminister bringt seine guten Kontakte mit ins Spiel , er verkauft bzw. verleast diese veraltete Flieger - tranche.....????

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Antwort von: WoodyWoodpacker
verfasst am: 21.01.2014 17:36:16

Und wieder ein Klassiker aus der Schmierenkomödie "Pilz als Anwalt des Bundesheeres"... So notwendig seine Aufklärung diverser Korruptionsfälle ist, so sehr bleibt er doch ein Außen-
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Und wieder ein Klassiker aus der Schmierenkomödie "Pilz als Anwalt des Bundesheeres"... So notwendig seine Aufklärung diverser Korruptionsfälle ist, so sehr bleibt er doch ein Außen- und Sicherheitspolitischer Geisterfahrer. Solange so einer bei den Grünen rumtanzt bleiben sie für mich unwählbar und müssen auf biegen oder brechen von der Regierung ferngehalten werden.
In Deutschland hätte Grün sicherlich Chancen gehabt an die Regierung zu kommen und viel Gutes zu erreichen - aber solange derartige Friedensbewegungsfossile wie Ströbele oder eben in Österreich Pilz dort mitmischen bleibts eben bei GroKos oder - wenns denn geht - schwarz-gelb.

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Antwort von:
verfasst am: 21.01.2014 20:23:35

egal, wie man zu Pilz steht, aber hier hat er vollkommen recht, das Bundesheer ist am Ende, alle Minister der letzten Jahrzehnte waren Versager, und das Volk ist dümmer als die Polizei erlaubt, wie
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egal, wie man zu Pilz steht, aber hier hat er vollkommen recht, das Bundesheer ist am Ende, alle Minister der letzten Jahrzehnte waren Versager, und das Volk ist dümmer als die Polizei erlaubt, wie du eindrucksvoll beweist.

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Antwort von: WoodyWoodpacker
verfasst am: 22.01.2014 09:41:27

Soso, es scheint auch in Österreich so zu sein das man zu Beleidigungen greift wenn einem die Argumente ausgehen. Es ist ohnehin schon manchmal erschreckend, wie verbreitet die Fähigkeit zur
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Soso, es scheint auch in Österreich so zu sein das man zu Beleidigungen greift wenn einem die Argumente ausgehen. Es ist ohnehin schon manchmal erschreckend, wie verbreitet die Fähigkeit zur Realitätsverweigerung bei den hiesigen Kommentatoren ist.
Bundesheer (und leider auch Bundeswehr) pfeifen deswegen auf dem letzten Loch, weil ihnen durch vollkommen verängstigte Regierungen der Geldhahn zugedreht wird, und nicht weil es an Aufgaben mangelt. Die hätte es genug, wenn Österreich und Deutschland eine Außenpolitik betreiben würden die den Namen auch verdient hat. Statt dessen duckt man sich weg (bloß kein Engagement, nirgends) und hofft, dass die anderen die Kohlen schon aus dem Feuer holen wenns brennt. Libyen ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Die Militärausgaben gerade in Deutschland sind für ein hochentwickeltes Land ein schlechter Witz....

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Antwort von: EntacherFettkracher
verfasst am: 23.01.2014 10:23:15

ach, all diese Militärschädel, die keiner braucht ....

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Antwort von: WoodyWoodpacker
verfasst am: 23.01.2014 14:40:47

Aber wenns brennt nach der Feuerwehr schreien, des hamma gern.... Mir hat noch niemand aufzeigen können wir die großen Konflikte dieser Welt auf rein zivile Weise und ohne militärische
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Aber wenns brennt nach der Feuerwehr schreien, des hamma gern....
Mir hat noch niemand aufzeigen können wir die großen Konflikte dieser Welt auf rein zivile Weise und ohne militärische Drohkulisse lösbar sind, wenn nicht alle Parteien eh wollen.

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Antwort von:
verfasst am: 23.01.2014 15:36:42

Welchen großen Konflikt muss Ö militärisch lösen?

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Antwort von:
verfasst am: 25.01.2014 08:54:38

Dümmer geht's nimmer!

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Antwort von: WoodyWoodypacker
verfasst am: 23.01.2014 22:53:23

Aktuell keinen - aber schaffen Sie die Feuerwehr ab wenns 14 Tage nicht brennt? Gerade angesichts der vielen brennenden Probleme Europas und der Entwicklungen in Russland, Weißrussland und der
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Aktuell keinen - aber schaffen Sie die Feuerwehr ab wenns 14 Tage nicht brennt?
Gerade angesichts der vielen brennenden Probleme Europas und der Entwicklungen in Russland, Weißrussland und der Ukraine möchte ich keine Wette abgeben wie es in 10-15 Jahren aussieht...

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Antwort von: General i.R. T.
verfasst am: 21.01.2014 14:00:04

Ich fordere die Wehrpflicht auf das Modell "Dänemark" umzustellen. (1) Die Wehrpflicht bleibt erhalten und dauert 1 Tag. (2) Alle Männer und Frauen ercheinen am sog.
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Ich fordere die Wehrpflicht auf das Modell "Dänemark" umzustellen.

(1)
Die Wehrpflicht bleibt erhalten und dauert 1 Tag.
(2)
Alle Männer und Frauen ercheinen am sog. "Militärtag" (=Wehrpflicht), und das Bundesheer stellt Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten vor.
(3)
Wer sich interessiert wird anschließend gemustert und wenn tauglich kann er sich verpflichten für 2 Jahre.

--> so wird erreicht, dass nur mehr die Ausbildung machen, die wollen, das hebt die Qulität, aber alle schauen sich das an, das ist Wehrpflicht, die einer Demokratie im Jahr 2014 würdig ist,
das bei uns derzeit ist es nicht !

und zu guter Letzt:
Zivildienst wird durch das FSJ ersetzt, das funktioniert bestens wie das Vorild D zeigt, und dort müssen zehntausende Bewerberinnen abgewiesen werden, obwohl die in D nur 1/3 des Gehalts kriegen, das hierzulande im FSJ ausbezahlt würde.

Sehr geehrter Herr Pilz,
treten sie bitte für dieses oder ein ähnlich erfolgreiches Modell ein, die Wehrpflicht bleibt erhalten wird aber einer Gerechtigkeit zugeführt, die die derzeitige bei weitem übersteigt !
Die Jugend wird es ihnen danken, sie finden mit SPÖ, NEOS und vernünftigen Teilen der ÖVP mit Sicherheit Partner für dieses Modell !

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Antwort von: Nexus Redux
verfasst am: 21.01.2014 13:04:09

Ich kann nur beipflichten. Was mich bei der ganzen Diskussion aber am meisten ärgert: es werden die sogenannten Milizübungen kaum mehr erwähnt, die militärisch bereits vollkommen sinnlos sind und
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Ich kann nur beipflichten. Was mich bei der ganzen Diskussion aber am meisten ärgert: es werden die sogenannten Milizübungen kaum mehr erwähnt, die militärisch bereits vollkommen sinnlos sind und dem Staat eine Menge Geld kosten. Ich selbst bin in der Miliz, die seit Jahren nicht mehr in Ihrer gesamten Stärke übt, sondern nur mehr mit Kaderpersonal (also Unteroffiziere und Offiziere). Die sogenannte Fülltruppe (die bei olchen Übungen eigentlich das wichtigste Element wäre, gibt es gar nicht mehr). So üben wir 500 Kadersoldaten unserer Einheit alle 2 Jahre zweimal (und fast keiner be uns sieht noch irgenderinen Sinn darin – aber wir müssen ja einrücken), der Stuerzahler zahlt weiterhin brav den Verdienstentgang, Tranportkosten, Munitionskosten (völlig sinnloser x-fach wiederholöter Schiessübungen – mit völlig sinnlosen und heutzutage nicht mehr benötgten Waffen wie der PAL, Panzer etc.). Mit der Ausnahme des letzten Jahres, wo wir zum Hochwasser abkommandiert wurden, weil wir zufälligerweise gerade beim Hochwasser eingerückt sind.
Vielleicht sollte isch jemand mal so eine Milizübung ansehen, die der Generalität (oder manchen darin) nur das politische Faustpfand gibt: Die Miliz übt, und daher ist sie ein Erfolg und daher ist sie notwendig.
Wann wird dieser militärische Vollschwachsinn endlich abgeschafft? Oder – das wir in unserer Einheit sicher zu 90% begrüssen würden – den Umbau der Miliz zu einer Katastrophenschutzeinheit.

Mfg
Nexus_redux@gmx.at

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Antwort von: Karl Kraus, Auslandsösterreicher
verfasst am: 21.01.2014 12:32:19

Dr. Pilz übersieht, dass das Bundesheer seit seiner Gründung dem Bundestheaterverband untersteht und mit notdürftigen Requisiten die Schmierenkomödie "Ösiland hat (k)eine Armee" gibt.

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Antwort von: Karl Kraus, Auslandsösterreicher
verfasst am: 21.01.2014 12:31:41

Dr. Pilz übersieht, dass das Bundesheer seit seiner Gründung dem Bundestheaterverband untersteht und mit notdürftigen Requisiten die Schmierenkomödie "Ösiland hat (k)eine Armee" gibt.

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