Tagebuch / Mai 2012

<< zurück

MITTWOCH, 19. JUNI 2002

Die GÖD, wie sich die „Gewerkschaft" Öffentlicher Dienst abkürzt, hat sich auf die Seite des Ministers geschlagen. Ihr Vorstand ist schwarz. Auch in der Beamtengewerkschaft ist das Parteibuch das Maß der Dinge. Die GÖD-Führung wird einen hohen Preis zahlen. An ihrer Stelle wird der ÖGB die Kampfmaßnahmen anführen. Hinter den Kulissen arbeiten Kollegen bereits an einer Alternative. Die
>> mehr lesen

Die GÖD, wie sich die „Gewerkschaft" Öffentlicher Dienst abkürzt, hat sich auf die Seite des Ministers geschlagen. Ihr Vorstand ist schwarz. Auch in der Beamtengewerkschaft ist das Parteibuch das Maß der Dinge. Die GÖD-Führung wird einen hohen Preis zahlen. An ihrer Stelle wird der ÖGB die Kampfmaßnahmen anführen. Hinter den Kulissen arbeiten Kollegen bereits an einer Alternative. Die Exekutive soll eine eigene Gewerkschaft bekommen. Knapp dreißigtausend Beamte können dann wählen - zwischen einer zahnlosen Regierungsgewerkschaft und einem von der SPÖ dominierten Neuanfang.

Ernst Strasser hat inzwischen anstelle der öffentlichen Meinung zwei Kommentatoren überzeugen können. Janny/profil und Stanzel/Kurier haben Verständnis, dass der Minister rote Beamte durch Leute seines Vertrauens ersetzt. Sie übersehen dabei mehreres. Erstens: Strasser holt sich nicht Leute für eine Regierungsperiode, sondern versucht, das Ministerium auf Dauer umzufärben. Die Schaffung von Ämtern (Bundeskriminalamt, Amt für Verfassungsschutz) hat nur einen Zweck: Schwarze Ämter sollen gegen einen künftigen roten Minister eingemauert werden. Zweitens: Strasser säubert bis hinunter auf Posten- und Kommissariatsebene. Und drittens: Dazu bricht Strasser Gesetze und Verfassung. Vielleicht haben das die beiden Kommentatoren einfach übersehen.

Antworten