Tagebuch / Mai 2012

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DONNERSTAG, 18. JÄNNER 2001

Heute hat sich die SPÖ wieder eine Lektion erteilt. In Zeiten von BSE und Spitzelaffäre haben "die Abgeordneten Dr. Gusenbauer und Genossen" für heute ein Sondersitzung des Nationalrats einberufen, um einen Dringlichen Antrag "betreffend Lohnsteuersenkung statt unsozialer Belastungspolitik" zu stellen. Die Sitzung soll um drei beginnen. Kurz nach zwölf bekommt Karl Öllinger einen Lachkrampf.
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Heute hat sich die SPÖ wieder eine Lektion erteilt. In Zeiten von BSE und Spitzelaffäre haben "die Abgeordneten Dr. Gusenbauer und Genossen" für heute ein Sondersitzung des Nationalrats einberufen, um einen Dringlichen Antrag "betreffend Lohnsteuersenkung statt unsozialer Belastungspolitik" zu stellen. Die Sitzung soll um drei beginnen. Kurz nach zwölf bekommt Karl Öllinger einen Lachkrampf. Die Sozis haben statt einer Erhöhung des Steuerabsetzbetrags seine Senkung um 3500 Schilling beantragt. Niemand im SPÖ-Klub hat bemerkt, dass die SPÖ damit die erste Oppositionspartei ist, die eine Steuererhöhung für alle Arbeitnehmer beantragt. Die Sitzung ist damit gelaufen. Gusenbauer versucht noch, eine halbwegs angriffige Rede zu halten, aber mehr als Schadens- und Spottbegrenzung ist nicht mehr drin. Einige Sozis sind völlig fertig. "Dreissig von uns haben sich den Antrag noch angeschaut. Ich hab noch einen Rechenfehler gefunden - aber das haben wir alle übersehen."

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