SONNTAG, 18. MÄRZ 2001
„Häupl gegen Haider - der Kampf um Wien." So titelt profil, und so korrupt pflegt Journalismus hierzulande zu sein. Profil könnte zurecht titeln, wenn1. Haider Spitzenkandidat und erster Herausforderer in Wien wäre. Mit heutigem Stand ist er aber Kärntner Landeshauptmann.
2. die Hauptentscheidung in Wien zwischen SPÖ und FPÖ fallen würde. In Wien geht es aber vor allem um eines: ob die
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„Häupl gegen Haider - der Kampf um Wien." So titelt profil, und so korrupt pflegt Journalismus hierzulande zu sein. Profil könnte zurecht titeln, wenn
1. Haider Spitzenkandidat und erster Herausforderer in Wien wäre. Mit heutigem Stand ist er aber Kärntner Landeshauptmann.
2. die Hauptentscheidung in Wien zwischen SPÖ und FPÖ fallen würde. In Wien geht es aber vor allem um eines: ob die Stadtregierung rot-schwarz oder rot-grün wird.
Sicher, Haider ist nicht appetitlicher geworden. Seine Muzikant-Ariel-Stecken-Erklärung hat wieder bewiesen, dass seine Partei antisemitisch ist und der Koalitionspartner damit gut leben kann. Das Seltsame ist nur: FPÖ und ÖVP plakatieren aus gutem Grund ihr Nein zu rot-grün - und profil setzt die alte Haider-Sozi-Klamotte wieder auf den Spielplan.
Zwei Motive sind denkbar: Erstens: Profil will um jeden Preis Auflage machen. Diese Woche ersetzt Häupl-Haider den besten Wein und die gelungenste Erektion. Zweitens: SPÖ und FPÖ sollen ins Geschäft gebracht werden. Für „Erstens" spricht die Geschichte aller drei Newspromat-Magazine. Für einen gelungenen Haider-Schauer haben sie Generationen von Redaktions-Großmüttern verkauft. „Zweitens" müßte man sich genauer ansehen. Es ist schon längst nicht mehr unüblich, dass sich einzelne Magazine vor der Wahl nach medienpolitischem Nutzen orientieren. Die Anfrage, wer wieviel inseriert, ist bisher eher von News in großer Offenheit gekommen. Profil hat sich aus den direkten Geschäften eher herausgehalten. Aber jetzt, wo alle eine Familie sind, muss man noch genauer hinsehen.






