FREITAG, 23. MÄRZ 2001
Gestern habe ich noch einen Hinweis erhalten. Die Staatsanwaltschaft plane, der Wirtschaftspolizei einen Auftrag zu erteilen: Es solle ein neuer Endbericht verfaßt werden. Darin soll nichts mehr über Haider und Stadler vorkommen. Der ganze Bericht der WiPo solle gesäubert werden.Ich frage im Kabinett Strasser nach und erhalte einen Rückruf von einem Beamten der Sonderkommission. Ja, heute sei
>> mehr lesen
Gestern habe ich noch einen Hinweis erhalten. Die Staatsanwaltschaft plane, der Wirtschaftspolizei einen Auftrag zu erteilen: Es solle ein neuer Endbericht verfaßt werden. Darin soll nichts mehr über Haider und Stadler vorkommen. Der ganze Bericht der WiPo solle gesäubert werden.
Ich frage im Kabinett Strasser nach und erhalte einen Rückruf von einem Beamten der Sonderkommission. Ja, heute sei ein schriftlicher Auftrag der Staatsanwaltschaft eingelangt. Die Wirtschaftspolizei habe dem zu folgen. Während das neue Gutachten und weitere Zeugeneinvernahmen Haider noch schwer belasten können, werden schon die Spuren verwischt. Die Wirtschaftspolizei, die so viel belastendes Material zusammengetragen hat, muß jetzt ihren eigenen Akt säubern. Jetzt wird mir klar, warum die Oberstaatsanwaltschaft aus dem ersten Endbericht ein Privatpapier gemacht hat. Egal, welches Parteibuch sie haben - die Spitzen der Wiener Justiz haben ein untrügliches Gespür für das, was ihre politischen Spitzen brauchen. Nach dem ORF kann sich die FPÖ jetzt auch auf die Justiz verlassen.
Mit einer APA-Aussendung versuchen wir, das alles bekannt zu machen. Aber egal - alles, was unter den Teppich gekehrt wird, fängt drunter irgendwann so zu stinken an, dass der Teppich wieder aufgerollt werden muß. Das war bei Lucona, bei Noricum, bei den Kurdenmorden und beim Baukartell so. Das wird auch hier nicht anders enden.






