Tagebuch / Mai 2012

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SONNTAG, 25. MÄRZ 2001

Wien wählt, und ich bin den ganzen Tag ein bißchen nervös. Unser Wahllokal ist weit vom Goethehof weg verlegt worden. Zum ersten Mal muß ich Kaisermühlen zur Stimmabgabe verlassen.Die Sozis haben die Absolute. Häupl hat im Liegen gewonnen und kann jetzt fünf Jahre weiterschlafen. Der Käse ist rot.Jörg Haider kann also doch noch Wahlen gewinnen, zum Glück nicht mehr für die FPÖ. Die
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Wien wählt, und ich bin den ganzen Tag ein bißchen nervös. Unser Wahllokal ist weit vom Goethehof weg verlegt worden. Zum ersten Mal muß ich Kaisermühlen zur Stimmabgabe verlassen.

Die Sozis haben die Absolute. Häupl hat im Liegen gewonnen und kann jetzt fünf Jahre weiterschlafen. Der Käse ist rot.

Jörg Haider kann also doch noch Wahlen gewinnen, zum Glück nicht mehr für die FPÖ. Die Freiheitlichen sind jetzt dort, wo sie hingehören. Jahrelang haben sie nur ungefähr gewußt, warum sie alles gewinnen. Jetzt haben sie keine Ahnung, was sie tun sollen, damit sich nicht immer verlieren.

Rot-grün ist damit für Wien erledigt. Christoph Chorherr wird sicher noch einen Versuch unternehmen, aber das hat keinen Sinn. Von Gnaden der Sozis kann man keine Wende erzwingen. Wenn man im Rucksack sitzt, bestimmt man selten die Marschrichtung.

Trotzdem feiern wir, und wir haben jeden Grund. Für die Bundespolitik sind alle Chancen intakt. Der Weg ist etwas einfacher geworden, das Ziel bleibt: so bald wie möglich die Regierung ablösen. Jetzt sind wir in Wien und Bund die einzige Opposition. Klar habe ich mir in Wien eine Regierungsbeteiligung gewünscht. Aber auch das ist eine Gunstlage, und das ohne die Gefahr des Scheiterns.

Um zwei feiere ich mich nach Hause. Die nächsten Tage werden spannend. Wir haben gewonnen. Jetzt haben wir Zeit, ruhig darüber zu reden, was uns fehlt und was wir besser machen können.

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