SONNTAG, 22. APRIL 2001
Sonntagsarbeit. Am Freitag habe ich die beiden Berichte der Wirtschaftspolizei bekommen. Seitdem vergleiche ich Absatz für Absatz. Kabas, Kreißl und all die Pfundspolizisten der AUF, die für Kilometergelder alles getan haben und nichts mehr wissen. Stück für Stück zeigt der Vergleich, wie hart und plump Böhmdorfers Staatsanwälte das Verfahren manipuliert haben. Zum ersten Mal kann ich
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Sonntagsarbeit. Am Freitag habe ich die beiden Berichte der Wirtschaftspolizei bekommen. Seitdem vergleiche ich Absatz für Absatz. Kabas, Kreißl und all die Pfundspolizisten der AUF, die für Kilometergelder alles getan haben und nichts mehr wissen. Stück für Stück zeigt der Vergleich, wie hart und plump Böhmdorfers Staatsanwälte das Verfahren manipuliert haben. Zum ersten Mal kann ich belegen, wie der Minister und sein Leitender Oberstaatsanwalt gelogen und geschoben haben. Die Decke, unter der sie sich zusammenkuscheln, rutscht immer mehr zur Seite.
Am 19. März hat die Wirtschaftspolizei ihren „vorläufigen Abschlussbericht" an den Staatsanwalt geschickt. Ab dann gab es Druck - bis der Staatsanwalt nachgab, den Bericht aus dem Akt nahm und zuließ, dass er zum „privaten Bericht an den Leiter der Staatsanwaltschaft" umgetitelt wurde. Der Bericht war für Haider und Stadler unerträglich. Daher startete die Justiz eine Säuberungsaktion. Am 21. März war der Staatsanwalt bereit. Er beauftragte die Wirtschaftspolizei, einen neuen Endbericht anzufertigen. Auflage: Alle Hinweise auf Haider und Stadler müßten entfernt werden.
Zwei Tage später lieferte die WiPo den Wunschbericht. Aber das ist nur der Anfang der Geschichte. Bis Dienstag werde ich alle Manipulationen dokumentiert haben. Früher oder später bekommen wir dann den Untersuchungsausschuß. Ich weiß noch nicht, wie viele Anläufe ich nehmen muß. Ich weiß nur, dass wir auch den Böhmdorfer-Haider-Schindler-Riegel knacken werden.






