Tagebuch / Mai 2012

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DONNERSTAG, 03. MAI 2001

Die Telefone laufen durch, alle wollen wissen, wie man die Zählung mit dem geringsten Risiko und der größten Wirkung boykottiert. Niki und Diana sitzen bei mir im Büro und erklären den ganzen Tag. Im Radio beschweren sich die Zähler, dass wir erst jetzt mit unserer Kritik kämen. Stundenlange Diskussionen im Innenausschuß, Pressekonferenzen, alles verschlafen. Jetzt sind sie munter und
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Die Telefone laufen durch, alle wollen wissen, wie man die Zählung mit dem geringsten Risiko und der größten Wirkung boykottiert. Niki und Diana sitzen bei mir im Büro und erklären den ganzen Tag. Im Radio beschweren sich die Zähler, dass wir erst jetzt mit unserer Kritik kämen. Stundenlange Diskussionen im Innenausschuß, Pressekonferenzen, alles verschlafen. Jetzt sind sie munter und wissen nicht genau, was sie mit ihrer angepatzten Zählung machen sollen.

21 Uhr, Prater, Schweizerhaus. Zwei Mittvierziger kommen mir aus dem Gastgarten entgegen. Der eine, Nüchterne, lobt mich im Vorbeigehen: "Der Dr. Pilz, der beste Redner im Parlament !" Da er keine Ahnung hat, wie Lob bei mir hineingeht, bleibe ich ganz cool und sag: "Danke, sehr freundlich". Der Zweite, große, dick, schwarze Haare in der Stirn, dicke Brillen und bummvoll, starrt mich ratlos an. Der Nüchterne nimmt ihn auf die Seite und flüstert ihm was mit "Volkszählung" ins Ohr. Der Bummvolle strahlt mich an und erklärt mit großer Bestimmtheit: "Ich werde die Fragen zu meiner Sexualität nicht beantworten !" Meinen Vorschlag, auch die Frage nach dem Haushaltsvorstand zu boykottieren, weist er zurück: "Ich bin Single !"

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