Tagebuch / Mai 2012

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FREITAG, 04. MAI 2001

Die FPÖ windet und wendet sich. Nach der Niederlage in Wien suchen die Freiheitlichen nach Positionen, die sie dem Volke näher bringen. Das bedingungslose Ja zur NATO teilt sie mit der ÖVP - und da ist die Kanzlerpartei immer die stärkere. Im Landesverteidigungsausschuß beginnt die Debatte über die neue Sicherheitsdoktrin. Ferrero, Scheibner und Strasser leiten ein. Ferrero erzählt wieder
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Die FPÖ windet und wendet sich. Nach der Niederlage in Wien suchen die Freiheitlichen nach Positionen, die sie dem Volke näher bringen. Das bedingungslose Ja zur NATO teilt sie mit der ÖVP - und da ist die Kanzlerpartei immer die stärkere. Im Landesverteidigungsausschuß beginnt die Debatte über die neue Sicherheitsdoktrin. Ferrero, Scheibner und Strasser leiten ein. Ferrero erzählt wieder von ihrer fixen Idee, dass die österreichische Sicherheit eine nordatlantische Angelegenheit und die NATO ein europäisches Sicherheitssystem sei. Washington liegt in ihrer politischen Geografie gleich hinter St.Pölten, und die unberechenbaren Scheichs können nur im amerikanisch-österreichischen Schulterschluß niedergerungen werden. Strasser sagt wie immer nichts. Nur Scheibner deutet an, dass die FPÖ nicht mehr auf die NATO setzt. Alles bei ihm ist plötzlich europäisch.

Erst FPÖ-Sicherheitssprecher Wolfgang Jung, ein Brigadier des Heeresnachrichtenamts, wird deutlicher. Er begründet den Schwenk seiner Partei offen. Es habe sich viel geändert. Der sicherheitspolitische Konsens in der Regierung bricht. Schüssel muß allein in die NATO.

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