MITTWOCH, 21. JÄNNER 2004
Im Jahr 2002 teilte das BMLV der FMV im schwedischen Verteidigungsministerium mit, dass man keine Verlängerung der Draken-Wartung brauche, weil man bereits 2005 die ersten Eurofighter erhalte. Da Österreich zu diesem Zeitpunkt das einzige Land war, das noch Draken in Betrieb hatte, begann FMV, die Wartungskapazitäten abzubauen und die Spezialisten auf Gripen umzuschulen.Im Jahr 2003
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Im Jahr 2002 teilte das BMLV der FMV im schwedischen Verteidigungsministerium mit, dass man keine Verlängerung der Draken-Wartung brauche, weil man bereits 2005 die ersten Eurofighter erhalte. Da Österreich zu diesem Zeitpunkt das einzige Land war, das noch Draken in Betrieb hatte, begann FMV, die Wartungskapazitäten abzubauen und die Spezialisten auf Gripen umzuschulen.
Im Jahr 2003 informierte das BMLV FMV, dass man doch noch Draken-Wartung brauche, weil die ersten Eurofighter erst 2007 geliefert werden könnten.
Am 8. Juli 2003 teilte FMV dem BMLV mit, dass die Regierungsgarantien für die Zuverlässigkeit der Draken mit 31.12.2003 auslaufen und nicht verlängert werden könnten.
Seit dem 1. Jänner 2004 ist FMV nicht mehr für die Draken verantwortlich. Man rechnet, dass die Draken noch etwa ein halbes Jahr ohne großes Risiko betrieben werden können. Danach beginnt eine Periode wachsender Unsicherheit. Die schwedische Regierung ist nicht bereit, dafür noch Verantwortung zu übernehmen.
Da EADS nicht in der Lage ist, eine Übergangslösung bereitzustellen, bleibt ohne Gesichtsverlust eine einzige Möglichkeit: ein Vertrag zwischen der schwedischen Industrie und dem BMLV. Dazu gibt es einen Vorschlag:
1. SAAB ist bereit, ohne jede Garantie noch vorhandene Ersatzteile zu liefern. Für den Betrieb, die Wartung und alle Ersatzteile übernimmt das BMLV die volle Verantwortung.
2. Die Wartungskapazitäten von FMV können nicht ersetzt werden.
3. Da Volvo keine Ersatzteile mehr liefern kann, gibt es für die Triebwerke keine Ersatzteile. Fällt ein Triebwerk aus, muss ein Flugzeug stillgelegt werden.
4. Die Garantie für die Schleudersitze ist vor eineinhalb Jahren erloschen.
5. Pro Jahr darf ein Flugzeug nur noch maximal 50 Stunden fliegen. Damit sind noch Starts und Landungen, aber keine Luftraumüberwachung mehr möglich.
6. SAAB bietet zwei Varianten an: Ersatzteile für zwei Jahre um 40 Mio Euro; und für 5 Jahre um 60 Mio Euro. Da es immer unwahrscheinlicher wird, dass wie vereinbart die ersten Eurofighter 2007 geliefert werden können, ist das BMLV an einem Draken-Betrieb bis mindestens 2008 interessiert.
Das heißt:
1. Ab jetzt gibt es keine ernsthafte Luftraumüberwachung mehr.
2. Die Weiterführung der Draken ist hochriskant. Piloten und BMLV gehen ein ständig zunehmendes Risiko ein.
3. Durch die Weiterführung soll die Öffentlichkeit bis zur Ankunft der Eurofighter über den desolaten Zustand der Luftwaffe hinweg getäuscht werden.
4. Durch die Manipulation der Abfangjäger-Ausschreibung und den Zuschlag für ein nicht lieferbares System ist das BMLV in eine unhaltbare Situation geraten. Normalerweise müsste Mitte 2004 der Flugbetrieb stillgelegt werden. Trotzdem wird zum Schein mit Hochrisiko weitergeflogen – mit einem Ziel: zu verhindern, dass die politisch Verantwortlichen rund um den Finanzminister zur Verantwortung gezogen werden.
5. Daher ist ein Schritt unumgänglich: der Stopp der Eurofighter-Beschaffung und die sofortige Einsetzung eines Untersuchungsausschusses.
So schaut es aus im Platterland. Aber Hauptsache, der Schrott fliegt und Österreich zahlt.






