Tagebuch / Mai 2012

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DONNERSTAG, 17. MAI 2001

Nach mehreren ergebnislosen Versuchen erreiche ich Richter Schifter. Wortreich versucht er mir klarzumachen, dass ich Pech gehabt habe. Er hat den Akt gekriegt und sofort weitergeschickt. Verpflichtung, mich anzurufen, damit ich mein Einsichtsrecht wahrnehmen kann, besteht schließlich keine. Staatsanwalt Klackl hat jetzt den Akt, und der darf mir wiederum keine Einsicht geben. Er habe mich ja
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Nach mehreren ergebnislosen Versuchen erreiche ich Richter Schifter. Wortreich versucht er mir klarzumachen, dass ich Pech gehabt habe. Er hat den Akt gekriegt und sofort weitergeschickt. Verpflichtung, mich anzurufen, damit ich mein Einsichtsrecht wahrnehmen kann, besteht schließlich keine. Staatsanwalt Klackl hat jetzt den Akt, und der darf mir wiederum keine Einsicht geben. Er habe mich ja nicht um mein Recht gebracht, er habe nur schnell gearbeitet, meint der Schnellrichter. So ist die Justiz: Oft dauert es ewig, aber manchmal geht es blitzschnell. Die Journalisten, die angeklagt werden könnten, haben damit bis auf weiteres keine Chance, zu erfahren, ob sie sich schon in Klackls Visier befinden. Da sie ja noch "unbekannte Täter" sind, haben sie im Gegensatz zu mir kein Recht auf Akteneinsicht. Aber ich hätte es ja auch nur für ein paar Minuten gehabt und diese Minuten erraten müssen. Schifter paßt gut ins System, auch auf das Bezirksgericht ist Verlaß.

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