Tagebuch / Mai 2012

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FREITAG, 18. MAI 2001

Mudan Ting, chinesische Oper. Irgendein Kurier-Kulturjournalist (im Zweifelsfall war es Endler) hat beklagt, dass die chinesischen Sänger nicht das Stimmvolumen der Italiener, Spanier und Bulgaren hätten. Dem ist hinzuzufügen, dass das Nashorn beim Hochsprung versagt und die Nudelsuppe keine Chance hat, in die Top Ten der besten Kaffees zu gelangen. Wer Belcanto will, muß in Belcanto-Opern
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Mudan Ting, chinesische Oper. Irgendein Kurier-Kulturjournalist (im Zweifelsfall war es Endler) hat beklagt, dass die chinesischen Sänger nicht das Stimmvolumen der Italiener, Spanier und Bulgaren hätten. Dem ist hinzuzufügen, dass das Nashorn beim Hochsprung versagt und die Nudelsuppe keine Chance hat, in die Top Ten der besten Kaffees zu gelangen. Wer Belcanto will, muß in Belcanto-Opern gehen.

Mudan Ting ist wunderbar. Jede Silbe der Arien ist fein durchmoduliert und wird verhalten, leicht gestoßen eng am Orchester gesungen. Mit Ausnahme einer Volksschauspielerin (die Nonne "Stein") ist jede Bewegung und jeder Dialog hoch artifiziell. Und trotzdem baut sich langsam Spannung auf. Morgen bin ich wieder sieben Stunden dort.

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