Tagebuch / Mai 2012

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DONNERSTAG, 08. JULI 2004

Heinz Fischer hat die Chance, ein wichtiger Bundespräsident zu werden. Seine Antrittsrede ist klug. Wenn er über seine alte Vorsicht hinaus Zeichen setzt, kann er in dem großen Leerraum zwischen einer siechenden Regierung und einer kraftlosen Opposition einen Platz besetzen.Einzig Andreas Khol fällt aus dem Rahmen. Dem neuen Bundespräsidenten macht er klar, wie er ihn im Österreich-Konvent
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Heinz Fischer hat die Chance, ein wichtiger Bundespräsident zu werden. Seine Antrittsrede ist klug. Wenn er über seine alte Vorsicht hinaus Zeichen setzt, kann er in dem großen Leerraum zwischen einer siechenden Regierung und einer kraftlosen Opposition einen Platz besetzen.

Einzig Andreas Khol fällt aus dem Rahmen. Dem neuen Bundespräsidenten macht er klar, wie er ihn im Österreich-Konvent zurechtstutzen lassen will. Den Rest seiner Rede widmet er als Huldigung der Arbeit der Wenderegierung. Wieder einmal ist Khol als Präsident parteilich geworden. Der alte Parteimann kann nicht anders.

Gegen Ende der Trauersitzung für Thomas Klestil leuchtet plötzlich die Sonne durch das bunte Glasdach des alten Plenarsaals. Seine Freunde berichten, dass der kranke Präsident noch die letzten Tage durchhalten und sich dann nach langem erstmals Ruhe und Erholung gönnen wollte. Überall im Saal spürt man den Respekt vor einem Präsidenten, der alles für sein Amt gegeben hat.

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