MITTWOCH, 23. MAI 2001
Kostelka ist hinüber. Gestern hat die FPÖ bekanntgegeben, dass sie Ewald Stadler als Volksanwalt entsorgt. Heute freut sich Kostelka auf seinen neuen Kollegen. Sie würden, so der bald-Ex-SPÖ-Klubobmann, ein hervorragendes Team bilden. Ein halbes Jahr kämpft Kostelka mutig gegen den freiheitlichen Spitzelring und dessen politische Schlüsselfiguren Haider und Stadler, und jetzt freut er sich
>> mehr lesen
Kostelka ist hinüber. Gestern hat die FPÖ bekanntgegeben, dass sie Ewald Stadler als Volksanwalt entsorgt. Heute freut sich Kostelka auf seinen neuen Kollegen. Sie würden, so der bald-Ex-SPÖ-Klubobmann, ein hervorragendes Team bilden. Ein halbes Jahr kämpft Kostelka mutig gegen den freiheitlichen Spitzelring und dessen politische Schlüsselfiguren Haider und Stadler, und jetzt freut er sich auf letzteren. Wollen sie gemeinsam einen Volksanwaltsring gründen ? Kaum jemanden wundert es, dass die SPÖ beim ersten Proporzfall voll dabei ist. Posten ist eben Posten, und man nimmt, was kommt. Aber beim Umfallen dem Ex-Feind noch den Hintern hinhalten, das ist eine reife Leistung.
Um 15 Uhr tagt der Budgetausschuß. Ein „Gesamtvorschlag" für die Bestellung der Volksanwälte soll beschlossen werden. Josef Cap sitzt zum ersten Mal statt Peter Kostelka am Sessel des Klubobmanns.
Wir verlangen ein Hearing. Stadler soll uns erklären, wie er das honorige Amt dobermännisch ausüben will, und Kostelka soll uns seine Teamvorstellungen erläutern. Mit FPÖ und ÖVP stimmt die SPÖ dagegen. Hearing ? „Wir kennen alle drei. Das reicht", meint Cap. Unser nächstes Verlangen, einzeln über die Kandidaten abstimmen zu können, wird vom Vorsitzenden abgelehnt. Volksanwälte gibt es nur im Proporzpack. Zum Schluß wählen die Sozis Stadler. Ab morgen kämpfen sie dann wieder gegen die FPÖ. Aber heute ist es ja um Posten gegangen.
Heute werden übrigens andere Sozis aus dem ÖMV-Aufsichtsrat hinausgeworfen. Da ist die SPÖ dann wieder Opposition. Armer Gusenbauer.






