FREITAG, 01. JUNI 2001
Der Auspuff meines Opels hat mich verlassen, und deshalb war ich gestern in der Autowerkstatt. Dort ging es sofort um Temelin. Ich bin mir jetzt sicher, dass unsere Position, den EU-Beitritt von Tschechien von Temelin abzukoppeln, nicht haltbar ist. Von den Vorarlberger Grünen bis zu den Wiener Automechanikern wollen alle von uns im Nationalrat eines: ein klares Junktim. Warum machen wir -
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Der Auspuff meines Opels hat mich verlassen, und deshalb war ich gestern in der Autowerkstatt. Dort ging es sofort um Temelin. Ich bin mir jetzt sicher, dass unsere Position, den EU-Beitritt von Tschechien von Temelin abzukoppeln, nicht haltbar ist. Von den Vorarlberger Grünen bis zu den Wiener Automechanikern wollen alle von uns im Nationalrat eines: ein klares Junktim. Warum machen wir - zurecht - den EU-Beitritt der Türkei von der Lösung der Menschenrechtsprobleme abhängig, aber die tschechische Republik darf unter bestimmten Bedingungen mit ihren AKWs in die EU ? Entweder - oder, nur das wird verstanden. Das Junktim hätte darüber hinaus einen weiteren Vorteil: Der Konflikt würde in die tschechische Politik getragen. Die tschechische Wirtschaft hätte dann erstmals ein Lebensinteresse an der Abschaltung ihrer Atomwirtschaft.
Das alte Gegenargument lautet: Wer junktimiert, begibt sich in gefährliche Nähe zu den Erweiterungsgegnern und zur FPÖ. Hätten wir immer so gedacht, hätten wir auch nicht gegen Zwentendorf mobilisieren dürfen. Damals, lange vor den Grünen, gab es eine einzige Partei, die klar gegen das AKW war: die FPÖ. Trotzdem waren wir keine nützlichen Idioten der Freiheitlichen, sondern erste Vertreter einer neuen politischen Option.






