MONTAG, 14. MÄRZ 2005
„Steirische Haustetsche“ nennt man das, was das Volk der FPÖ in den steirischen Gemeinden verpasst hat. Damit ist auch die letzte, längst nicht mehr eiserne Personalreserve der FPÖ ungewählt geblieben. Ein Beispiel stammt aus Parschlug, einem kleinen Ort am Rande meines Kapfenberg. Dort stellte sich Kurt V. der Wahl. Nicht nur seiner Kleidung wegen nennt man ihn
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„Steirische Haustetsche“ nennt man das, was das Volk der FPÖ in den steirischen Gemeinden verpasst hat. Damit ist auch die letzte, längst nicht mehr eiserne Personalreserve der FPÖ ungewählt geblieben. Ein Beispiel stammt aus Parschlug, einem kleinen Ort am Rande meines Kapfenberg. Dort stellte sich Kurt V. der Wahl. Nicht nur seiner Kleidung wegen nennt man ihn „Country-Kurti“. Kurti verteilte kleine Kakteen und Flugblätter, in denen er vor der „Überfremdung“ Parschlugs warnte. Die Gefahr – ein Deutscher und ein Schweizer – wurde von den Parschlugern und Parschlugerinnen offenbar nicht ernst genug genommen.
Wie geht es jetzt mit der Kurti-Partei weiter? Weder Haider noch Gorbach wollen den Konkurs sofort eröffnen, also kommen Neuwahlen jetzt nicht in Frage. Aber wie findet man wieder auf die alten Erfolgsschienen zurück? Irgendwie, spüren die meisten, muss man aus der Regierung hinaus. Irgendwie müsste man wieder die alte oppositionelle Radaupartei werden. Irgendwie müsste man wieder mit Haider an der Spitze schnelles politisches Geld machen. Aber wie?
Da ist die Frage des Zeitpunkts. Wenn die FPÖ bis zum Ende unter Schüssel durch dient, steht nur eines fest: das Ende. Also muss sie rechtzeitig raus aus der Abschnürung in der Koalition. „Rechtzeitig“ heißt zumindest sechs, sieben Monate vor dem Herbst 2006, weil auch diese Wandlung ihre Zeit braucht und man nicht mit Gorbach-Listen in Haider-Wahlen gehen kann. Freiwillig wird aber kein einziges Regierungsmitglied seinen Sessel räumen. Das scheint wie 1986 in Innsbruck. Steger wollte bleiben, Haider putschte ihn weg. Dazu scheint die FPÖ noch immer in der Lage.
Da ist die Frage „Haider“. Das ist nicht mehr der „Jörg, der sich traut“. Das ist ein angeschlagener Landeshauptmann, der in Kärnten seine Partei und das Land konkursreif regiert hat. Vielerorts in Österreich wird schlecht regiert. Katastrophal regiert wird nur in Kärnten. Dazu kommen Kriminalpolizisten und Staatsanwälte, die sich immer näher an die Knoten des Pfeifenberger-Haider-Netzes heran arbeiten. Für Haider geht es nicht mehr um den Kanzler – es geht ums Überleben. „Abhöraffäre“, „Neugründung“ – das erinnert an das wilde Gestrampel eines Ersaufenden.
Da ist die Frage „Geld“. Ja, natürlich, die Kärntner FPÖ hat nie eine Schwarzgeld-Kassa besessen. Deshalb konnte auch niemand mit einer derartigen Kassa durchbrennen. Aber was ist los mit einer ehemals reichen Partei, die in Kärnten ihre Parteienfinanzierung auf 14 Jahre verpfänden musste? Und was ist mit den Industriellen, die früher so verlässlich Billa-Sackerln angefüllt haben? Traurig sitzen blaue Säckelwarte auf leeren Plastiksackerln. Früher konnte man sich verschulden, weil der nächste Sieg neues Geld herein spülen musste. Heute findet sich kaum noch jemand, der für die ruinierte Partei haften will.
So, und jetzt in die weite Welt. Das ist ein Bäcker aus Trinidad in Kuba. Er beweist, dass man in Kuba nicht nur frei, sodern auch global wählen kann. (Danke Paul Schieder für das wertvolle Foto)
Antwort von: guide
verfasst am: 16.03.2005 08:18:56
ihr seids alle idioten.
Antwort von: Cepetto
verfasst am: 14.03.2005 12:06:33
Sehr verehrter Herr Pilz, da Sie ja auch musikalisch sind, will ich Ihnen folgenden abgewandelten Liedtext nicht vorenthalten, der mir gestern beim Abwasch (!?) eingefallen ist. Der betreffende
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Sehr verehrter Herr Pilz,
da Sie ja auch musikalisch sind, will ich Ihnen folgenden abgewandelten Liedtext nicht vorenthalten, der mir gestern beim Abwasch (!?) eingefallen ist. Der betreffende Gesang dazu, ist nicht schwer zu erraten: Kleiner Blauer, frecher Blauer,
Wo hat man dich zuletzt gesehn?
Du wolltest nach Kärten gehn? Was ist geschehen? Kleiner Blauer, frecher Blauer,
Die Wahl ist groß und du bist klein,
du kannst nie mehr Parteichef sein, Sieh das doch ein! Haideriooooh!






